Dominique Gonzalez-Foerster im Musée d'art moderne de la ville de Paris

Hinweis

Dominique Gonzalez-Foerster im Musée d'art moderne de la ville de Paris

Es rauscht. Der Regen prasselt auf das Dach des Ausstellungsgebäudes. Mit einer Wucht, dass man mitten drin zu stehen meint. Doch der Saal ist leer. Dominique Gonzalez-Foerster hat ihn, in Kooperation mit dem Musiker Christophe Van Huffel nur mit Sound gefüllt. Der Titel: Promenade. Über den korridorartigen Raum spaziert der Besucher Schritt für Schritt in die imaginären Welten der Künstlerin, die 1982 bis 87 in Grenoble jene Kunstschule durchlief, die mit engem Bezug auf Godard Film und Kino als Resonanzflächen entdeckte. Ihre erste grosse Einzelausstellung macht in einem Assoziationsraum erfahrbar, wie sehr unsere Wahrnehmung durch die Bildsprache des Kinos imprägniert ist. Die 42-jährige Künstlerin hat die modernistische Architektur des 1937 errichteten Gebäudes zur Kulisse für Bilderfahrungen gemacht. Jede einzelne «Szene» wurde im Team mit anderen Künstlern realisiert. «Panorama», ein Tafelbild aus Leuchtdioden (mit Benoît Lalloz und Martial Galfione) erinnert an jene Schaltbilder, mit denen das Hollywood-Kino der Siebziger die Träume omnipotenter Technologien bebilderte. Science-Fiction ist Leitmotiv der Ausstellung, «Solaris» von Stanislaw Lem liegt neben anderen programmatischen Buchtiteln auf einem weichen blauen «Tapis de lecture» aus. Hiess nicht die Arbeit, die auf der Treppe am Eingang der Ausstellung auf Liegen zum entspannten Betrachten von Farb-Lichtspielen einlud, «Solarium»? Dominique Gonzales-Foerster mag Verbindungen. Über Stege und Brücken generiert und befragt sie immer wieder neu Kino-Erfahrungen. «Cosmodrome» (mit dem schwedischen Pop-Musiker Jay-Jay Johanson) erreicht man über einen schmalen Gang auf dem Dach des Museums. Nach einem Panoramablick auf Paris findet man sich in einer «black box», um eine Weltraumreise mit Licht und Musik zu unternehmen. Erlebnispark-Ästhetik, eingesetzt, um gerade jene Strukturen zu analysieren, durch die das Licht-bild zum Erlebnis werden kann. Ihre wichtigste Komponente, die Zeit, verstreicht unbemerkt unter dem Dach des Pariser Kunstmuseums.

Bis 
05.05.2007

Werbung