Une question de génération im Musée d'art contemporain

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Une question de génération im Musée d'art contemporain

Michel Ritter ist das Centre culturel Suisse in Paris zu eng. Mit kuratorischer Kombinationsgabe stellte der einstige Fri-Art-Macher seit seinem Antritt als Direktor des CCSP 2002 kohärent künstlerische Positionen aus und erweiterte den Aktionsradius des Kulturzentrums. Jetzt ist der 58-jährige Ritter als Gastkurator in Lyon tätig und hat «ganz subjektiv» ein Dutzend heute erfolgreiche Vierzigjährige aus der Schweiz ausgewählt, um die Generationenfrage zu stellen. Im Rahmen des Festivals «La belle voisine» versammelt er späte Babyboomer aus den Jahren zwischen 1962 und 67, deren international erfolgreiches Werk die Risiken der zweiten Moderne kritisch diskutiert. Gleich am Eingang spielt Massimo Furlan in einer Videodokumentation einer Performace mit der Faszination Flughafen. Über die Wolken sahen die Kinder in den Siebzigern staunend den Fortschritt in die Luft steigen. Das Angebot, sich in der Kunst zu reflektieren, hält Lori Hersberger mit spiegelnden Wandinstallationen aufrecht. Ein eigens für Lyon erstelltes Gemälde führt zudem vor Augen, wie Fluoreszierendes seit Mitte der Sechziger das Farben-Sehen beeinflusste. Neue und psychedelische Farben nimmt auch Andreas Dobler auf. Seine ironisch-konstruktiven Gemälde hängen neben den abstrakten Leinwänden von Francis Baudevin, der werbewirksam gewordene Neo-Geo-Ästhetik reflektiert. Die heute Vierzigjährigen dekonstruieren mit Ironie, Distanz, Differenzierung die Polarisierungen ihrer Vorgeneration: So etwa Pipilotti Rist mit «I?m Not The Girl Who Misses Much». Dieses und andere Videos werden zusammen mit einem Wallpainting von Sidney Stucki und einer Skulptur Fabrice Gygis gezeigt. Erinnert Stucki an die Subversionen der DJ- und Musik-Kultur, so relativiert Gygi skulptural die Machtstrukturen, an denen zu arbeiten wir aufgerufen sind. Er sagt: «Jeder Bürger ist eine potenziell autoritäre Figur, denn seine Position hängt immer mit der Macht zusammen und ist für sie durchlässig.» Ein Befund, der zweifelsohne auch für jeden Kurator gilt.

Bis 
28.04.2007

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