Schnittzauber in der Burg

RUTH HANDSCHIN · flora non grata: Der Mauerlattich, 2007, fluoreszierende Folie, Schwarzlicht, 3 x 9 m, Museum Burg, Zug

RUTH HANDSCHIN · flora non grata: Der Mauerlattich, 2007, fluoreszierende Folie, Schwarzlicht, 3 x 9 m, Museum Burg, Zug

Hinweis

Schnittzauber in der Burg

Mit einzelnen, aus Papier ausgeschnittenen Arbeiten wird man ab und zu konfrontiert, mit Scherenschnitten von Henri Matissse oder Pablo Picasso beispielsweise. Kaum je dagegen hat man sich Gedanken über grössere Kontexte gemacht. Dazu bietet eine Ausstellung in der Zuger Burg nun Anlass, welche Papierschnittkunst aus China und Europa vereint. Nicht nur die Grössen aus dem Kunstsektor, sondern auch Volkskunstarbeiten etwa von Johann Jakob Hauswirth, romantische Silhouetten der Schriftstellerein Annette von Droste-Hülshoff oder verspielte Arbeiten des Märchendichters Hans-Christian Andersen werden gezeigt. Vom 17. Jahrhundert bis heute reicht die Palette, die in den historischen Räumen der Burg besonders zum Tragen kommt. In China geht die Tradition des Papierschnitts bis ins 6. Jahrhundert zurück. Sie war eine der wichtigsten Formen der chinesischen Volkskunst und ist bis heute vor allem in der ländlichen Bevölkerung lebendig und weitverbreitet. Zu den edlen Künsten wie Tuschmalerei oder Kalligrafie zählten die Papierarbeiten aber nicht und sie wurden auch nicht gesammelt. Erst nach der Gründung der Volksrepublik China 1949 erkannte man sie als wertvoll an. Eine der teilnehmenden zeitgenössischen Schweizer Künstlerinen ist Ruth Handschin, die sich seit langem intensiv mit Pflanzen beschäftigt. Vor allem wildwachsende, unerwünschte Gewächse mit ihren filigranen Strukturen und unglaublichenWiderstands- und Anpassungspotentialen finden ihre Bewunderung. Der Mauerlattich, den Handschin in gigantischem Ausmass vorstellt, zeigt in seinem abstrahierten Verlauf das ganze Spektrum seiner heterogenen Metamorphosen auf. Die Ausstellung versammelt einige Hundert Papierschnitte, viele davon werden erstmalig öffentlich ausgestellt.

Bis 
26.04.2008

Am 15./16. März findet ein chinesisches Fest statt.

Künstler/innen
Ruth Handschin

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