Elaine Sturtevant

Elaine Sturtevant . House of Horrors, 2010, Courtesy Thaddaeus Ropac, Paris/Anthony Reynolds, London.

Elaine Sturtevant . House of Horrors, 2010, Courtesy Thaddaeus Ropac, Paris/Anthony Reynolds, London.

Hinweis

Elaine Sturtevant

Das Kunstmuseum als Gruselkabinett: Elaine Sturtevant lädt im Musée d'Art Moderne zu einer Fahrt in einer echten Geisterbahn ein. Im «House of Horrors» begegnen wir mit Bildern von Frankenstein oder Pop-Ikone Divine den Masken eines kollektiven Bildge­dächtnisses, das uns die Maschinen der Kulturindustrie ins Bewusstsein stanzen. Macht Kunst unabhängig? Die heute in Paris lebende 84-jährige Amerikanerin fragte schon in den Sechzigern nach der Autonomie der Kunst, kopierte Johns, Warhol, Beuys oder Lichtenstein. Selbstreflexive Praxis der Kunst gehört heute zum Zeitgeist. Doch ihre Analyse des künstlerischen Originalitätsanspruchs sei weit entfernt von den politischen Appropriationen Sherrie Levines, betont Sturtevant. Vielmehr wolle sie, durch Darstellung der Mechanismen des Auratischen, symbolische Macht im Sinne von Foucault befragen. Das ist nicht originell, dennoch ist Sturtevants Einladung zum «Razzle dazzle of thinking» gerade jetzt, da Kapital und Kunst konvergieren, dringend notwendig. Musealisiert die Pariser Schau manche ihrer Werke, so frischt Sturtevant doch die Kritik an der Dehn­barkeit künstlerischer Sinnbehauptung auf. Nicht zuletzt mit «Elastic Tango»: Das Video-Theaterstück inszeniert auf neun Bildschirmen die drängende Frage, was uns an Kunst fesselt.

Bis 
24.04.2010

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