Medienpioniere ZKM

Zbigniew Rybczyn´ski · Mein Fenster, 1979, Videostill

Zbigniew Rybczyn´ski · Mein Fenster, 1979, Videostill

Hinweis

Medienpioniere ZKM

Zugegeben, Cineasten, insbesondere Visual-Effect-Kenner, haben es leichter, die Pionierleistungen der beiden derzeit in Karlsruhe gezeigten osteuropäischen Künstler und Filmemacher Zbigniew Rybczyn´ski (* 1949, Polen) und Gábor Bódy (1946-1985, Ungarn) zu erkennen. Andere haben aber durchaus ihr Vergnügen beim Betrachten von Zelluloid-, Animations-, HDTV- und Videofilmmaterial, bei dem sich Bild-im-Bild-Ebenen öffnen, Papier­spiralen vor Walzertänzern winden, Sprechende fliessend von einer Umgebung in die andere hinübergleiten oder sich die Inhalte von Vogelkäfig, Fernseher und Weinflasche auf den Kopf drehen, während die Gegenstände selbst und die Kamera stillstehen. Die konstruktiven, die Zentralperspektive aushebelnden Raumwelten von Rybczyn´ski Filmen werden durch aufschlussreiche Zeichnungen, Grafiken und Skripts ergänzt. Eindrücklich ist sein filmischer Eingriff in die Treppenszene aus Sergei Eisensteins ‹Panzerkreuzer Potemkin›, amüsant seine Musikvideoclips, etwa für die Pet Shop Boys. Bódys Filme sind poetischer, spielen mit Sprache, Zeichen und Körperbewegung, führen selbstreflexiv technische Mechanismen wie Zeitlupe, Spiegelung, Fadenkreuze vor. Er galt als begabter Netzwerker, so lancierte er etwa 1982 den internetlosen Vorläufer von YouTube: das Videomagazin ‹infermental›.

Bis 
05.05.2012
Autor/innen
Yvonne Ziegler

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