Latifa Echakhch

Latifa Echakhch · Laps, 2013, Ausstellungsansicht. Court. Eva Presenhuber/kamel mennour/kaufmann repetto. Foto: Blaise Adilon

Latifa Echakhch · Laps, 2013, Ausstellungsansicht. Court. Eva Presenhuber/kamel mennour/kaufmann repetto. Foto: Blaise Adilon

Hinweis

Latifa Echakhch

Vor dem MAC liegen Sandsteinblöcke. Olivier Mosset hat die ‹socles révolutionnaires›, 2002 für die Expo 02 hierher transportieren lassen und aufgeschichtet: Reste, auf denen einst antike Musen standen. Nach 1794 wurden sie im Kontext der ausgehenden Französischen Revolution entfernt, die Sockel blieben als geschichtsgeladenes Ready-made. Drinnen überspringt Latifa Echakhch in ihrer Schau ‹Laps› generationenweite Zeiträume, indem sie elf Steinbrocken verstreut in den Saal legt, jeweils auf wie zufällig hingeworfene Karten des in Spanien wie Marokko beliebten Spiels La Ronda. Die Steine zu ‹Eivissa (Ibiza)›, 2010, stammen aus einem Militärcamp, das 1936 während des spanischen Bürgerkriegs für von Franco zwangsrekrutierte Marokkaner errichtet wurde. Sie sind, wie die gesamte präzise Schau, Teil einer Theaterinstallation, die uns mit einbezieht: als Erinnernde. Es ist, als hätten die Beteiligten gerade den Raum verlassen. Echakhchs Arbeiten - mit Tusche gefüllte Hüte, Drachen aus Mülltüten - erzeugen den Drang, ihnen nachzugehen. Wie sie das tut, bringen zehn runde Leinwände ‹Tambours›, 2012, auf den Punkt. Ein Tuschetropfen hat darauf, je nach Dauer, grosse oder kleine Kreise geformt. Das ist das visuelle Thema der Ausstellung: Rhythmus. Ein Rhythmus im Sinne Nietzsches, ein apollinischer Zwang ästhetischer Kraft - er gibt künstlerischer Arbeit Dauer, indem er zur Erinnerung drängt.

Bis 
13.04.2013
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Latifa Echakhch, Gustav Metzger, Huang Yong Ping 15.02.201314.04.2013 Ausstellung Lyon
Frankreich
FR
Künstler/innen
Latifa Echakhch
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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