Jso Maeder

Jso Maeder · Intermezzo Bohn, 2014, Ausstellungsansicht ©ProLitteris. Foto: Raoul Abea

Jso Maeder · Intermezzo Bohn, 2014, Ausstellungsansicht ©ProLitteris. Foto: Raoul Abea

Jso Maeder · Intermezzo Bohn, 2014 ©ProLitteris. Foto: Raoul Abea

Jso Maeder · Intermezzo Bohn, 2014 ©ProLitteris. Foto: Raoul Abea

Hinweis

Jso Maeder

Was geschieht, wenn Kunstwerke im Rahmen einer thematischen Ausstellung zur Illustration einer These instrumentalisiert werden? Wie viel Kunst bleibt übrig, wenn die Spuren künstlerischen Tuns durch das Ausstellungsformat verwischt werden?
Während es für einige Künstler/innen eine grosse Versuchung ist, sich von einer kommerzialisierten Kunstmaschinerie vereinnahmen zu lassen, machen andere ihre Werke zu Orten der Kritik, die nach den Grundvoraussetzungen von Kunst und Kunstbetrieb fragen und damit die Macht der Institutionen und des Marktes in Zweifel ziehen. Im Projekt ‹Intermezzo_Bohn› stellt Jso Maeder (*1957, St. Gallen) die Ausstellung als gängiges Format der Kunstpräsentation zur Debatte. Gegenüber dem ausufernden Kuratorenkult favorisiert er die Komplizenschaft mit Künstler/innen auf der Suche nach Plattformen ausserhalb des musealen Kontexts. Damit knüpft Maeder an die Institutionskritik von Daniel Buren an, als dieser mit Olivier Mosset, Michel Parmentier und Niele Toroni in den frühen Sechzigerjahren unter dem Kollektivnamen B.M.P.T. in gemeinsamen Aktionen gegen die Kunstinstitutionen und den Kunstkanon zu Felde zog. Die Künstler traten mit Traktaten und Aktionen an die Öffentlichkeit und zeigten ihre Arbeiten überall, nur nicht im Museum, weil dieses die Kunst mit der Macht alliere, sie verwalte und eigentlich erst zur Kunst erkläre.
Maeder selbst gelangt zu Bildlösungen, die gängige Präsentationsformen sprengen: Ausgehend von Malerei, Film und musikalischen Kompositionen gestaltet er Arbeiten auf Papier und rätselhafte Objekte, die er zu visuellen Fragmenten, Settings und raumbezogenen Installationen anordnet. Die teilweise sperrigen, schwer lesbaren Arbeiten setzen sich aus einer Vielzahl von miteinander kommunizierenden Serien und Einzelwerken zusammen. Als Ensemble bilden sie einen «Raum der Mischung», der sich als vieldeutige Visualisierung von Austauschprozessen versteht, insbesondere des Austauschs der Disziplinen jenseits der institutionellen Diskurse. Allerdings müssen sich die Besuchenden auf die bühnenbildhaften Rauminstallationen näher einlassen, um die unkonventionellen Kommunikationsstrategien für künstlerische Prozesse zu verstehen.

Bis 
23.04.2014
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Jso Maeder 30.01.201426.04.2014 Ausstellung Luzern
Schweiz
CH
Autor/innen
Dominique von Burg
Künstler/innen
Jso Maeder

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