William Egglestone

William Eggleston · O. T. (Blue Ceiling), 1970-1973, Courtesy Eggleston Artistic Trust.

William Eggleston · O. T. (Blue Ceiling), 1970-1973, Courtesy Eggleston Artistic Trust.

Yannick Luthy & Cloé Giotto · Werke der Sammlung Schifferli, 2015

Yannick Luthy & Cloé Giotto · Werke der Sammlung Schifferli, 2015

Hinweis

William Egglestone

In der Romandie werden zurzeit wichtige Namen und bedeutende Momente der Fotogeschichte zelebriert. Das MBA in Le Locle besticht mit den frühesten Bildern, die Henri Cartier-Bresson (1908-2004) 1932 geschossen hat und die ihn sofort als zärtlichen Beobachter des Pariser Alltags ausgewiesen haben. Der Espace JB begeistert mit einer der ersten konzeptuellen Arbeiten Martin Parrs (*1952), einem humorvollen Blick auf England im strömendem Regen. Und zufällig knüpfen die beiden Schauen, mit denen sich das Lausanner Musée de l'Elysée/ME neben der Preisträgerausstellung eines Nachwuchswettbewerbs in sein 30-Jahre-Jubiläum einpendelt, direkt an das Werk der zwei Magnum-Fotografen an: Im Erdgeschoss behandelt es die faszinierende Emanzipation William Eggle­stons (*1938) von Cartier-Bresson, konnte sich der Südstaatler doch anfangs nicht vorstellen, bessere Aufnahmen herzustellen als «perfekte falsche Cartier-Bressons». Durch die Dokumentation des Lebens der Middle Class in den Suburbs mit ihren verlorenen Gas Stations und Shopping Malls fand Eggleston dann jedoch wie von selbst neue Motive, während er zunehmend auch visuellen Obsessionen nachgab wie effektvoll beleuchteten Decken oder industriell produzierten und in signalhaften Verpackungen kommerzialisierten Nahrungsmitteln. Vor allem aber wandte er sich kongenial dem plakativen Universum der Farbe zu, die damals in der Reportagefotografie noch als vulgär galt.
Im Obergeschoss bietet das Musée de L'Elisée einen Streifzug durch seine Fotobücher, die erst seit dem Millennium als Sammelobjekte anerkannt worden sind, notabene durch die von Parr organisierten Ausstellungen sowie die von ihm konzipierte Geschichte in drei Bänden ‹The Photobook: A History›, Phaidon, 2004-2014. Dank der letztjährigen Integration der Bestände des Zürcher IT-Pioniers Christoph Schifferli verfügt das ME mit über 13'000 Bänden heute über eine der grössten Sammlungen, die dank eines aufwendigen Digitalisierungsprojekts bald sogar weltweit zugänglich sein werden.
Die Kuratorin Tatyana Frank übernimmt diesen Monat von Sam Stourzé eine Institution, die mit Volldampf in die Zukunft unterwegs ist. Abgesehen von der für alle Museen immer zentraleren Positionierung als Archiv im Internet hat die neue Direktorin versprochen, das traditionell der Dokumentarfotografie verpflichtete Haus verstärkt in Dialog mit anderen Institutionen zu bringen, die im Bereich Kunst und Design operieren. Durch den Umzug 2017/2018 in den neuen auch MCAB und Mud'ac umfassenden Pol am Bahnhof wird es diesen sicher schon einmal geografisch näher rücken.

Bis 
30.05.2015
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Henri Cartier-Bresson, Sandrine Pelletier 22.02.201531.05.2015 Ausstellung Le Locle
Schweiz
CH
William Eggleston 30.01.201503.05.2015 Ausstellung Lausanne
Schweiz
CH

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