Aldo Bakker, David Bielander

Aldo Bakker · Pause, Mudac, 2017, Ausstellungsansicht. Foto: David Gagnebin-de Bon

Aldo Bakker · Pause, Mudac, 2017, Ausstellungsansicht. Foto: David Gagnebin-de Bon

Hinweis

Aldo Bakker, David Bielander

Sich zu Hause in Luxus, Ruhe und Genuss suhlen oder burlesk unter die Leute ­mischen? Das ist die Life-Style-Frage, die uns das mudac diese Saison stellt. Am liebsten würde man gleich einziehen in den zwischen milchigen und satten Farben oszillierenden zweiten Stock, in dem der Designer Aldo Bakker (*1971, NL) seine mehr als nur sinnlichen Objekte ausgebreitet hat. Dank ihrem ausgeklügeltem, moderner Dogmen wie «what you see is what you get» spottenden Innenleben vermittelten sie so etwas wie einen prä­koitalen Spannungszustand, der sich erst bei ihrer Benutzung entlädt. Dass der Designer geradezu von feinmündigen Krügen besessen ist, ist wohl kein Zufall. Aber auch die geschwungenen Möbel, die in japanischer Lacktechnik, aber hellen, an Haut und Adern mahnenden Tönen überzogen sind, scheinen eher zu erotischer Akrobatik als plattem Sitzen einzuladen. Nach diesem Treiben fällt das Gelächter, mit dem uns der Goldschmied David Bielander (*1968, CH) im grauen Erdgeschoss empfängt, in der Tat göttlich aus. So helfen uns dort bizarre, aus Edelmetallen geschmiedete Kronen, Reifen oder Kruzifixe, die wie aus Karton gebastelt aussehen, oder auch vermeintlich aus echten Schnecken und Würsten gefertigter Schmuck auf die Sprünge in Bezug auf Wesentliches: Es ist gewiss nicht alles Gold, was glänzt; manchmal ist es aber umgekehrt.

Bis 
30.04.2017

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