Fremdvertraut. Aussensichten auf die Schweiz

Shane Lavalette · Schwyz, 2016, aus ‹Fremdvertraut›, Courtesy Fotostiftung Schweiz

Shane Lavalette · Schwyz, 2016, aus ‹Fremdvertraut›, Courtesy Fotostiftung Schweiz

Simon Roberts · Gornergrat, Zermatt, 2016, aus ‹Fremdvertraut›, Courtesy Fotostiftung Schweiz

Simon Roberts · Gornergrat, Zermatt, 2016, aus ‹Fremdvertraut›, Courtesy Fotostiftung Schweiz

Hinweis

Fremdvertraut. Aussensichten auf die Schweiz

Schweiz Tourismus setzt meist auf das Bewährte. Die nationale Marketing­organisation arbeitet seit hundert Jahren mit Bildern von schneebedeckten Gipfeln, roten Eisenbahnzügen in idyllischen Landschaften und wunderbar platzierten Städten. Intakte Natur und gepflegte Urbanität geben immer etwas her. Aber lassen sie sich auch anders sehen als durch die Linse der schweizerischen Vermarktungsprofis? Was passiert, wenn die Adressatinnen und Adressaten der Bilder selbst die Kamera in die Hand nehmen, um ihre Bilder jenen der Landeswerbung gegenüberzustellen, in offizieller Mission sozusagen? Auf Initiative der Fotostiftung Schweiz, in Koproduktion mit dem Musée de l'Elysée und unterstützt von Schweiz Tourismus wurden drei Fotografen und zwei Fotografinnen eingeladen, ihre Sicht auf die Schweiz festzuhalten. Die Ergebnisse sind nun in der Fotostiftung Schweiz zu sehen. Die einzelnen Positionen werden in räumlicher Abfolge präsentiert, Überschneidungen und Querblicke sind nur bedingt möglich. Der Auftakt in diesem Parcours ist auch bereits die stärkste Arbeit: Shane Lavalette (*1987) aus den USA folgt den Spuren des Schweizer Fotojournalisten Theo Frey. Jener hatte für die Landesausstellung 1939 zwölf Dörfer besucht und versucht, ein dokumentarisches Gesamtbild zu liefern. Lavalette reiste nun erneut in diese Dörfer und glich ausgewählte Kontaktbögen Freys mit dem eigenen Reisetagebuch ab. Beides zusammen fügt sich zu ebenso persönlichen wie aufmerksamen Alltagsbeobachtungen. Auch der Brite Simon Roberts (*1974) fotografiert noch einmal, wo bereits fotografiert wurde. Er besuchte die am häufigsten besuchten Aussichtsplattformen der Schweiz, fotografierte diejenigen, die dort fotografieren, ihre Inszenierung und die Inszenierung der Landschaft - entstanden ist eine Arbeit, die nicht so sehr die Schweiz thematisiert als vielmehr reflektiert, wie ein globales Publikum auf Sehenswürdigkeiten reagiert. Alinka Echeverría (*1981, Mexiko) umgeht die Verlockungen der touristischen Höhepunkte. Sie fotografiert die davon unbeeindruckte Jugend, ihre Stimmungen, fragilen Beziehungen und die Suche nach Identitäten. Aber als traute sie ihrer eigenen Idee nicht ganz, faltet sie historische Landkarten zwischen die Porträts. Zhang Xiao (*1981) aus China und die Deutsche Eva Leitolf (*1966) fotografieren in der Agglomeration, dem Rhein und den Grenzen entlang. Neue Blicke auf die Schweiz sind das nicht.

Bis 
07.09.2017

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