L'artiste à l'oeuvre

Alice Bailly · 1er Chant (Liebesbrief an ihren Mäzen Werner Reinhart, «Dearest Play-Boy...»), Farbstift und Aquarell auf Papier, 22x35,8 cm

Alice Bailly · 1er Chant (Liebesbrief an ihren Mäzen Werner Reinhart, «Dearest Play-Boy...»), Farbstift und Aquarell auf Papier, 22x35,8 cm

Hinweis

L'artiste à l'oeuvre

Mit dieser letzten Schau im Palais Riponne vor dem Umzug in den Neubau am Bahnhof stellt das MCBA eine Sache richtig, die durch die Neubewertung der Zeichnung als Medium in der Gegenwartskunst fast etwas verdrängt worden ist: die Rolle des Arbeitens auf Papier für Künstler/innen in der Ausbildung und Vorbereitung ihrer Werke. Fulminant zeigt die von der Konservatorin Catherine Lepdor mit Sinn für die Tragikomik der Existenz ausgerichtete Schau diese Doppelfunktion der Zeichnung gleich eingangs: Um ein Portfolio mit bezaubernden Studien der 1856 geborenen Emily Chapalay, die wie viele Frauen damals keine Karriere machte, sind unzählige Skizzen von Gustave Buchet ausgebreitet, in denen er die kubistischen Erfindungen Chapalays für ein farbiges Reklameplakat für Stützstrumpfhosen nutzen wollte. Das Plakat erschien dann zwar nur als S/W-Anzeige. Wie oft langwierige Forschungen malerischen und plastischen Auftritten im 18. und 19. Jh. vorausgingen, wird in sieben Dossiers wie etwa zu Bielers ‹Eau mystérieuse› oder Bocions ‹Dipute religieuse› deutlich. Die intimen Zeichnungen von G. Giacometti bis R. Auberjonois lassen zuletzt erahnen, wie der wachsende Subjektivitätsanspruch an Kunst im 20. Jh. die Schaffer/innen nicht nur im Kreis ihrer Lieben aufgehen liess, sondern oft auch grausam einsam machte.

Bis 
23.04.2017
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Der Künstler am Werk 10.02.201723.04.2017 Ausstellung Lausanne
Schweiz
CH

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