Anna Meyer

Anna Meyer · Kritik der digitalen Un Vernunft, 2018, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm © ProLitteris

Anna Meyer · Kritik der digitalen Un Vernunft, 2018, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm © ProLitteris

Anna Meyer · Postfaktivist_Innen, 2018, diverse Materialien, 40 x 50 x 135 cm © ProLitteris

Anna Meyer · Postfaktivist_Innen, 2018, diverse Materialien, 40 x 50 x 135 cm © ProLitteris

Hinweis

Anna Meyer

Saalfelden — Mit ihrer aktuellen Ausstellung ‹Kritik der digitalen Un Vernunft› entführt uns Anna Meyer (*1964, Schaffhausen) in ein Abenteuerland. Zunächst meint man, ein Fantasiereich der Begehrlichkeiten und der Opulenz, der barocken Überfülle und der spielerischen Beliebigkeit zu betreten, nur um beim Näherkommen von der Abgründigkeit ihrer Bildwelten überrascht zu werden.
Anna Meyer kreiert einen dystopischen Lunapark, ein Szenario von politischer Unbehaustheit und gesellschaftlicher Entwurzelung. Ihre Kritik am heutigen Modus Vivendi ist ebenso eine harsche Schelte in Richtung Konsumwahn und Meinungsterror wie auch die Warnung vor naiver Nutzung der medialen Möglichkeiten im Netz und in der Unterhaltungsindustrie. In der Aneignung der spezifischen Rhetoriken aus Pop- und Warenwelt liegt das subversive Element, mit dem die Künstlerin die Schematismen und Stereotype einer möglichst stylishen, möglichst hippen, möglichst coolen und dabei rigoros verantwortunglosen Gesellschaft charakterisiert. Die Serie ‹Weiche Profile› mit kleinen, bemalten Plexitäfelchen, die von der Decke baumeln, zeigt deutlich: Beide Seiten der Medaille sind gleich. Anna Meyers entlarvender Blick ist durchdringend und zielgerichtet. Dabei ist ihre Bildsprache von einem malerischen, weichen, flüssigen Duktus gekennzeichnet, ihr Kolorit von verführerischer Buntheit. Umso apokalyptischer muten die Motive an, wie etwa ein idyllischer Park als Party-Location, im dem allerdings der ‹Tower of Data› alles überragt – Symbol für die Datenfülle, die jede und jeden zum anonymen Protagonisten armseliger Ichbezogenheit werden lässt, zur Minuskel im Megaspiel allgegenwärtiger Daten­absaugung. Den Intentionen der Künstlerin folgend begibt man sich am besten unmittelbar in diesen dystopischen Lunapark hinein; im White Cube des Ausstellungsraums treffen malerische Arbeiten auf «Modelle». Diese Objekte – Assemblagen aus Fläschchen, Kosmetika, Dosen, Fotos, Kartons – sind wie direkt aus der zweidimensio­nalen Bildfläche herausgetretene plastische Collagen. Im Dialog von planer Malerei und räumlicher Gestaltung liegt das dramatische, bühnengleiche Moment, das diese Bildwelten gleichermassen verführerisch wie erschreckend entblössend erscheinen lässt.

Bis 
13.04.2019
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kunsthalle Nexus Österreich Saalfelden am Steinernen Meer
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Anna Meyer „Kritik der digitalen Un Vernunft“ 16.02.201913.04.2019 Ausstellung Saalfelden am Steinernen Meer
Österreich
AT
Künstler/innen
Anna Meyer
Autor/innen
Margit Zuckriegl

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