La peinture anglaise de Turner à Whistler

Joseph Mallord William Turner · Landscape with Water, 1840–1845, Öl auf Leinwand, 122 x 182 cm, Tate, London, part of the Turner Bequest 1856

Joseph Mallord William Turner · Landscape with Water, 1840–1845, Öl auf Leinwand, 122 x 182 cm, Tate, London, part of the Turner Bequest 1856

George William Joy · The Bayswater Omnibus, 1895, Öl auf Leinwand, 120 x 172,5 cm, Museum of London

George William Joy · The Bayswater Omnibus, 1895, Öl auf Leinwand, 120 x 172,5 cm, Museum of London

Hinweis

La peinture anglaise de Turner à Whistler

Lausanne — In ihrer Erkundung der in Schweizer Sammlungen untervertretenen Kunstströmungen des 19. Jahrhunderts fokussiert die Fondation de l’Hermitage derzeit auf Grossbritannien. Kein politisches Kalkül – Stichwort Brexit – befeuert die Schau, sondern Neugier auf die Zeit zwischen 1830 und 1900. Zusammenfallend mit der langen, von 1837 bis 1901 währenden Regentschaft von Queen Victoria und vor dem Hintergrund des gewaltigen Umbruchs infolge von Industrialisierung und kolonialer Expansion, hat sich in den sieben Jahrzehnten nicht nur gesellschaftlich viel verändert. Auch die bildende Kunst hat – von der späten Romantik über den Realismus bis hin zum Impressionismus – weite Wege durchlaufen. Dieser Vielfalt spürt die Ausstellung mit rund sechzig Gemälden aus über einem Dutzend namhafter britischer Institutionen sowie in zwei fotografischen Serien nach. Turner, vertreten mit zwei späten Landschaften der Tate, markiert historisch den Einstieg und die im Rückblick pikanterweise modernste Position. Whistler, der Amerikaner, und Watts beschliessen den Rundgang. Zwischen den beiden Polen trifft man auf die Reformer aus dem Zirkel der Präraffaeliten und des Aestethic Movement. Dass deren ikonischste Werke in der Ausstellung nicht vertreten sind – egal. Auch so wird deutlich, worin die Ziele dieser Neuerer lagen: in der Zurücknahme der in der Gegenwart verwurzelten Narration zugunsten der puren, vergeistigten Idee von Harmonie und Schönheit. Egal auch deshalb, weil es der Ausstellung ohnehin nicht um das Laute, sondern um das Ganze geht. So sind es nebst den Heroen, denen man vor farbigen Wänden begegnet, vor allem die Zwischenstimmen, welche die Sicht auf die Epoche schärfen. Da ist etwa Joseph Noel Paton, dessen eng an Füsslis Winterthurer ‹Titania› anknüpfende Szene aus Shakespeares ‹Sommernachtstraum› an die Vorliebe für «Fairy Tales» erinnert und zugleich die sonst eher im Alltag angesiedelte Kategorie des «narrative painting» mit figurenreicher Staffage variiert. Da sind allerlei Landschaften bei Nacht und bei Tage sowie all die Genreszenen mit ihrer Sozialkritik. Und da ist, last but not least, die moderne, urbane Welt, wie sie namentlich George William Joy in einer kühnen Omnibusszene erfasste, für die er Familie und Freunde mit dem Einverständnis der Betreiber in einem echten städtischen Gefährt posieren liess.

Bis 
02.06.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
La peinture anglaise de Turner à Whistler 01.02.201902.06.2019 Ausstellung Lausanne
Schweiz
CH
Künstler/innen
George William Joy
William Turner
Autor/innen
Astrid Näff

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