Precious Okoyomon

Precious Okoyomon · A Drop of Sun Under The Earth, 2019, Ausstellungsansicht, schwarzescafé, Luma Westbau

Precious Okoyomon · A Drop of Sun Under The Earth, 2019, Ausstellungsansicht, schwarzescafé, Luma Westbau

Precious Okoyomon · A Drop of Sun Under The Earth, 2019, Ausstellungsansicht, schwarzescafé, Luma Westbau

Precious Okoyomon · A Drop of Sun Under The Earth, 2019, Ausstellungsansicht, schwarzescafé, Luma Westbau

Hinweis

Precious Okoyomon

Zürich — Luma Westbau führt 2019 thematisch fort, was 2018 angerissen wurde: Nach den Ausstellungen von Arthur Jafa und Sondra Perry zum Ende des letzten Jahres bestreitet die nigerianisch-amerikanische Künstlerin Precious Okoyomon den Auftakt des neuen Ausstellungsjahrs, und erneut handelt es sich um eine dezidiert politische Präsentation, die das Schwarzsein in der US-amerikanischen Gegenwart verhandelt. Als Ausstellungsort wählen die Kuratoren Fred Fischli und Niels Olsen Heino Zobernigs schwarzescafé; und das macht nicht nur auf einer ersten oberflächlichen Assoziationsebene Sinn, sondern erweist sich als kluge Verschränkung von Inhalt, Architektur und Kontexten. Denn Precious Okoyomon ist bis dato zwar nicht ausschliesslich, aber vor allem als Schriftstellerin und Poetin in Erscheinung getreten. Mit ‹Ajebota› hat sie im Jahr 2016 einen Band vorgelegt, der ohne weiteres auch in den gut gefüllten Regalen des Cafés zu finden sein könnte – oder müsste. Darin verhandelt Okoyomon viele der Themen, die unter anderem auch in der raumgreifenden Präsentation in Zürich Thema sind: Klassenkonflikte, Privilegien bzw. das Fehlen derselbigen oder die, beschämenderweise, gesellschaftlich akzeptierte und sogar oft forcierte Unterdrückung von Minderheiten. Die Künstlerin nähert sich diesen Fragen so, wie eine Poetin sich ihnen eben nähern würde: das Ganze im Blick, aber nie mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Nicht verlegen um den Einsatz von Metaphern und Symbolen und motiviert aus persönlichen Erfahrungen, Traumata und Erinnerungen. Im Luma Westbau äussern sich diese Herangehensweisen in einer immersiven Installation, die auf ihre Umgebung reagiert und Vorhandenes miteinbezieht: Die Lampen des Cafés werden durch Kunstharzhüllen zu lichtlosen Laternen, die auf die sogenannten Lantern Laws des 18. Jahrhunderts hinweisen, die von Schwarzen verlangten, nach Sonnenuntergang eine Laterne bei sich zu tragen, wenn sie ohne Begleitung eines Weissen unterwegs waren. Darüber hinaus ist eine Videoarbeit zu sehen, die sich, einmal mehr, mit Polizeigewalt auseinandersetzt und mit der die Künstlerin auf die Lynchmorde in den amerikanischen Südstaaten verweist. All dies ist schwere Kost, doch Okoyomons Arbeiten erleichtern den Umgang, weil sie stets eine gewisse Fröhlichkeit in sich tragen, die einen hoffnungsvoll zurücklässt.

Bis 
21.04.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Precious Okoyomon 20.02.201921.04.2019 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Mathis Neuhaus
Künstler/innen
Precious Okoyomon

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