«Die Verwandlung des Roten Sterns: Soz-Art» im Projektraum M54

Alexander Kosolapow · Russian Malrboro, 1998, Farbstift, Aquarell/Papier, 43 x 56 cm

Alexander Kosolapow · Russian Malrboro, 1998, Farbstift, Aquarell/Papier, 43 x 56 cm

Hinweis

«Die Verwandlung des Roten Sterns: Soz-Art» im Projektraum M54

Die Universität Basel, Historisches Seminar, organisiert zusammen mit der Galerie Sandmann, Berlin, eine Ausstellung, welche ca. achtzig Arbeiten aus der ehemaligen Sowjetunion zeigt. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kunstrichtung, die in der Sowjetunion Anfang der siebziger Jahre entstanden war. Im Unterschied zu der amerikanischen Pop-Art haben die Künstler nicht die Klischees des Alltags und Konsums aufgegriffen, sondern die politischen Symbole innerhalb des sozialistischen Systems der Stalin- und Breschnew-Ära. So reagierte die Soz-Art nicht auf die Überproduktion von Waren, sondern auf die Omnipräsenz von Ideologie. Gleichzeitig haben die Künstler sich ästhetisch mit dem einzigen in der Sowjetunion offiziell abgesegneten Stil, dem Sozialistischen Realismus, auseinander gesetzt.

Der Begriff stammt vom Künstler-Duo Komar und Melamid, die das Wort Soz-Art 1972 zur Bezeichnung ihrer Arbeiten benutzt haben. Nachträglich wurde es zur Bezeichnung der ganzen Stilrichtung verwendet. Es gab aber schon in den sechziger Jahren Künstler, die diesen Weg eingeschlagen haben, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht gehört wurden. Nach der Emigration einer Reihe bedeutender Vertreter dieser Richtung in die USA (Komar & Melamid, Leonid Sokow, Alexander Kosolapow) verlagerte sich der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens in den Westen. Die in Russland gebliebenen Künstler waren auf den Untergrund angewiesen. Erst in der Zeit der Perestrojka in den achtziger und neunziger Jahren wagten sich die Künstler zunehmend in die Öffentlichkeit. Katalog: sFr./DM 25.–. 28.3. bis 12.5.

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