«Reale Fantasien - Neue Fotografie aus der Schweiz» im Fotomuseum

Goran Galic / Gian-Reto Gredig · Ma biçe bolje, 2001-2005 (Wird schon wieder), Rauminstallation mit C-Prints in verschiedenen Grössen, mit Texten und Videomonitoren, © Goran Galic / Gian-Reto Gredig

Goran Galic / Gian-Reto Gredig · Ma biçe bolje, 2001-2005 (Wird schon wieder), Rauminstallation mit C-Prints in verschiedenen Grössen, mit Texten und Videomonitoren, © Goran Galic / Gian-Reto Gredig

Hinweis

«Reale Fantasien - Neue Fotografie aus der Schweiz» im Fotomuseum

1990 zeigte Urs Stahel (zs. mit Martin Heller) im Museum für Gestaltung in Zürich eine Ausstellung mit demonstrativem Titel «Wichtige Bilder, Fotografie in der Schweiz». Damals reihte sich die Fotografie noch nicht selbstverständlich in den Kunst-Radius ein. Unter den 17 präsentierten Positionen (nur drei davon Frauen) befanden sich u.a. Balthasar Burkhard, Hannah Villiger, Hans Danuser und Robert Frank. 1999, als Direktor des 1993 gegründeten Fotomuseums in Winterthur, musste Stahel sich nicht mehr positionieren, sondern stellte mit «Young - Neue Fotografie in der Schweizer Kunst» eine junge Szene vor. Wieder waren es 17 Positionen, diesmal 10 Frauen, darunter Daniela Keiser, Emmanuelle Antille, Chantal Michel, Teresa Chen. Sieben Jahre später nun, der Zeitraum, in dem sich angeblich ein Körper regeneriert, stellt Stahel, zusammen mit Christian Selig, erneut das Schweizer Fotografiegeschehen vor. «Wir sind nicht die Königsmacher, sondern wollen den Reichtum der Szene zeigen», sagt Stahel, der seine Auswahl diesmal unter einem inhaltlichen Fokus zusammenfasst: «Reale Fantasien». Allerdings ist das Feld der «Welterkundungen», «Wirklichkeitskonstruktionen» und «Welt-Ich-Welten» so weit «zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen Konkretem und Abstraktion, zwischen analoger Spur und digitaler Konstruktion» aufgespannt, dass sich sehr Heterogenes subsumieren lässt. Bilder von Christian Schwager beispielsweise, die Falsche Chalets, Eingänge zu getarnten Bunkern zeigen. Von Hendrijke Kühne und Beat Klein werden Fotos in einer Mandala-Installation gezeigt, Körner Union stellt eine Garage als setzkastengleiches Bild vor, Marco Poloni suggeriert mit filmstillgleichen Fotos die Befindlichkeit von Businessmenschen und Collectif-Fact löst die Welt in fliegende Atome auf. Aus dem Rahmen fallen Goran Galic (*1977 in Luzern) und Gian-Reto Gredig (*1976 in Chur). Der Fotograf und der Ethnologe reisten gemeinsam durch Bosnien, Galics Herkunftsland, um vor Ort eine Art Kriegswahrheit herauszufinden. Während Galic Bilder machte, war Gredig an der Metaebene interessiert, die solche Bilder, seien es visuelle oder orale, entstehen lässt. Einige weitere Teilnehmende sind: Ruth Blesi, Klodin Erb/Eliane Rutishauser, Rockmaster K, Daniel Schibli, Shirana Shahbazi, Christian Waldvogel und Herbert Weber. Mit Katalog im Christoph Merian Verlag. Zeitgleich wird «Geschichten, Geschichte ? Set 3 aus der Sammlung des Fotomuseums Winterthur» gezeigt, Positionen, die sich mit Dokumentation und Reportage befassen, darunter Fazal Sheikh, Gilles Peress, Paul Graham, Bertien van Manen.

Bis 
20.05.2006

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