Onamatterpoetic im Mamco

Joëlle Tuerlinckx · 64 Expositions-Minute. Sur Mesure, Échelle

Joëlle Tuerlinckx · 64 Expositions-Minute. Sur Mesure, Échelle

Hinweis

Onamatterpoetic im Mamco

«Onamatterpoetic» ist ein von James Joyce entliehenes Kofferwort, ein «mot-valise», in das sich die verschiedensten Inhalte verpacken lassen und das sich damit bestens für die Ausstellungspraxis des Mamco eignet. «Onamatterpoetic» heisst also die erste Episode des neuen Ausstellungszyklus des Genfer Museums für moderne und zeitgenössische Kunst, der den ebenso zungenbrecherischen Namen «Rolywholyover» trägt - ebenfalls ein Joyce-Zitat, das schon John Cage 1992 als Titel seiner Schau im MOCA von Los Angeles verwendet hatte. Ob solche für Aussenstehende kaum durchschaubare Benennungen letztendlich Sinn machen, bleibe dahin gestellt - mit den fünf Künstlern, deren Werke zurzeit neu zu sehen sind, haben sie jedenfalls kaum etwas zu tun. Die ganze vierte Etage wird von der Installation «64 expositions minute» der Belgierin Joëlle Tuerlinckx (*1958) belegt. An den Wänden hängen geschichtet durchsichtige Folien, geometrische Zeichnungen und Pläne, darüber wird immer wieder mittels Dias Licht projiziert. Man fühlt sich in ein Architekturbüro versetzt oder, wenn neben den Projektoren Farbtöpfe angeordnet sind, in ein Maleratelier. Mit Architektur beschäftigt sich auch der in den USA lebende Iraner, Siah Armajani (*1939), genauer mit architektonischer Skulptur im öffentlichen Raum. Die Werkübersicht zeigt frühe, bislang unbekannte Arbeiten, die kleinen volkstümlichen Architekturmodelle seines «Dictionary for Building» von 1974/75, Entwürfe für Fussgängerbrücken, Gärten und Leseräume und zuletzt «Dining Room», 2005, ein eindrückliches Mahnmal gegen den Krieg im Irak. Jean-Claude Silbermann (*1935) gehört zur selben Künstlergeneration; ihn könnte man als «Spätsurrealisten» bezeichnen, doch weisen die frechen farbigen, aus dünnen Holzplatten gesägten Fabelfiguren des Franzosen keinerlei Zeichen von Altersschwäche auf! Schliesslich kommen auch noch zwei in Genf wohnhafte Künstler zu Ehren: Christian Robert-Tissot (*1960), der zu diesem Anlass unter dem Titel «Wall Street» eine neue Serie von grossformatigen Wortbildern geschaffen hat, sowie der aus Albanien stammende Bujar Marika (*1943).

Bis 
05.05.2007

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