«Just Play - Musik als soziale Praxis» im Edith-Russ-Haus für Medienkunst

JOHANNA BILLING · You Don't Love Me Yet, 2003

JOHANNA BILLING · You Don't Love Me Yet, 2003

Hinweis

«Just Play - Musik als soziale Praxis» im Edith-Russ-Haus für Medienkunst

Gegen optische Eindrücke kann man sich durch Schliessen der Augen schützen, gegen akustische Attacken dagegen nicht. Musik dringt ohne Kontrolle ins Gehör ein und spielt auch aufgrund dieser Unmittelbarkeit eine entscheidende Rolle. Musik wird geradezu einverleibt und unablösbarer Teil von emotionalen Befindlichkeiten. Die Ausstellung thematisiert musikalische Energien, die wir mit Freiheit und Freiräumen, Authentizität und Engagement, Begeisterung und alternativem Handeln verbinden - Musik als emanzipatorische, aktivistische oder subversive Kraft. Die in Stockholm lebende Johanna Billing zeigt Musik als Mittelpunkt von gemeinschaftlichem Handeln, das Musizieren als Tätigkeit, das Freundschaft und Kommunikation aber auch Eigenständigkeit hervorbringt. Kristin Lucas aus New York stellt das aktivistische Potential ins Zentrum. In ihrer Videoinstallation «Celebrations for Breaking Routine» (2002) werden drei britische Mädchenbands vorgestellt. Von Jeremy Deller aus London ist «This Is Us. Music from Appenzell» zu sehen, eine Arbeit, welche der Künstler 2004 für die Kunsthalle St. Gallen anfertigte, indem er die musikalischen Energien rund um die Stadt - vom Blasorchester über eine Jazzformation, eine Rockband, den Kirchenchor, ein Countryduo bis hin zur Grungeband - dokumentierte. Cory Arcangels lässt in der Videoaufzeichnung «Beach Boys/Geto Boys» (2004) zwei sehr gegensätzliche Bands zu einem neuen, überzeitlichen Hybrid fusionieren. Einige weitere Teilnehmende sind: Iain Forsyths und Jane Pollard, Benny Nemerofsky, Marisa Olson. Die Kuratorinnen sind Heike Ander und Sabine Himmelsbach.

Bis 
17.05.2008

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