Harun Farocki, Rodney Graham

Harun Farocki · Auge/Maschine I, 2000, Videoinstallation, 23'

Harun Farocki · Auge/Maschine I, 2000, Videoinstallation, 23'

Hinweis

Harun Farocki, Rodney Graham

«Wenn wir ihnen ein Bild von Napalmverletzungen zeigen, werden sie die Augen verschliessen. Erst werden sie die Augen vor den Bildern verschliessen. Dann werden sie die Augen vor der Erinnerung daran verschlies­sen ?» - in seinem Film «Inextinguishable Fire», 1969, will Harun Farocki den Betrachter vom Sehen zum Handeln führen. Der Film ist heute ebenso im Archiv des Internet weltweit abrufbar wie Bilder vom Vietnamkrieg, von Not und Leid. Sehen wir sie, eingebettet in die neuen Maschinen, besser? 1995 schrieb Jacques Derrida vom «Mal d'archive», dass «die technische Struktur des archivierenden Archivs ? auch die Struktur des archivierbaren Inhalts» bestimmt. Wer aufhebt, will erinnern, doch erinnert wird nur, was sich dem archivierenden Drang zum Gedächtnis fügt. Diese Ungeduld der Bilder, dieses Drängen der Eindrücke bearbeiten der 65-jährige Harun Farocki und der 60-jährige Rodney Graham. Kuratorin Chantal Pontbriand hat mit ihrer Zeitschrift «Parachute» selbst 25 Jahre an künstlerischer Bild-Sedimentierung gearbeitet. Nun stellt sie Farocki und Graham erstmals retrospektiv in Paris aus. 45 Werke bieten «intertextuelle» Dialoge zwischen den Fotografien, Leuchtkästen und Videoinstallationen des einen und den 16- und 35-mm-Filmen des anderen - und führen zur immer noch brennenden Frage: Was bleibt im Gedächtnis der Bilder?

Bis 
06.06.2009

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