La Force de l'Art 02

Gilles Barbier · Ohne Titel (Krieg), 2008 Gouache auf Papier, 6 Tafeln, je 120 x 190 cm. Courtesy GP & N Vallois, Paris © ProLitteris

Gilles Barbier · Ohne Titel (Krieg), 2008 Gouache auf Papier, 6 Tafeln, je 120 x 190 cm. Courtesy GP & N Vallois, Paris © ProLitteris

Hinweis

La Force de l'Art 02

Wenn Staatsdiener mit Kunst repräsentieren, hinterlässt das meist schlechten Geschmack. 2006 rührten 15 Kuratoren in nur sechs Monaten ein fades Ratatouille aktuellen Schaffens in Frankreich zusammen. Diesmal sind nur drei Kuratoren am Werk: Jean-Louis Froment (36, Gründer des capc in Bordeaux), Jean-Yves Jouannais (45, Ex-Chefredakteur von Art Press) und Didier Ottinger (52, stellvertretender Direktor des Centre Pompidou). Ihnen gelang für die Kunsttriennale ein überschaubares Konzentrat: Von Saâdane Afif über Mircea Cantor und Damien Deroubaix bis zu Virginie Yassef reichen die jüngeren «Résidents», die das Grand Palais auf Philippe Rahms «géologie blanche» (vgl. Kunstbulletin 4/09) füllen. Konsolidierte Künstler wie Bertrand Lavier, Annette Messager oder Pierre et Gilles bespielen Aussenposten wie Louvre oder Eiffelturm. Natürlich fehlen viele wichtige Positionen. Unvermeidlich bei schlanker Auswahl. Leider fehlt auch inhaltliche Kohärenz. Statt auf Produktionskritik und Prozessualität, derzeit wichtige Themen, setzt man auf den starken Werkbegriff. Das erleichtert didaktische Vermittlung, der Kunst-Dynamik vor Ort bringt es nichts. La Force de l'art soll Identität stiften. So wenig die Staatsmacht der Kunst dient, so stark sind die Gravitationskräfte, die sie freisetzt. Mit einem Galerienwochenende nutzten einige der wichtigsten Händler clever deren Zugkraft.

Bis 
31.05.2009

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