Mark Manders, «The absence of Mark Manders»

Mark Manders · Nocturnal Garden Scene, 2005, Holz, Glas, Sand und div. Materialien, 160 x 20 x 130 cm, S.M.A.K.

Mark Manders · Nocturnal Garden Scene, 2005, Holz, Glas, Sand und div. Materialien, 160 x 20 x 130 cm, S.M.A.K.

Mark Manders · The Absence of Mark Manders, 2009, Ausstellungssansicht Kunsthaus Zürich. Foto: Arthur Faust

Mark Manders · The Absence of Mark Manders, 2009, Ausstellungssansicht Kunsthaus Zürich. Foto: Arthur Faust

Besprechung

Mit Zeichnungen und Skulpturen reflektiert Mark Manders als Langzeitprojekt die Idee eines Selbstporträts. Innerhalb des internationalen plastischen Schaffens nimmt der holländische Künstler eine ganz eigenständige Position ein. Nun widmet ihm das Kunsthaus Zürich die erste Einzelausstellung in der Schweiz.

Mark Manders, «The absence of Mark Manders»

Der Ausstellungstitel «The absence of Mark Manders» klingt geheimnisvoll und bestechend. Man denkt an den Titel des Spielfilms «I'm Not There» über das Leben von Bob Dylan. Hier wie dort geht es um die Darstellung einer multiplen Persönlichkeit und die Botschaft scheint zu sein: «Ich bin nicht da, wo ihr mich sucht.» Während Dylans Lebensphasen noch von sechs verschiedenen Personen gespielt wurden, griff der holländische Künstler Mark Manders (*1968) bei seiner Selbstdarstellung zu einer ausgefalleneren Strategie. Seit dem «Selfportrait as a Building», 1986, entwickelt er Arbeiten, die als Fragmente eines Selbstporträts in Form imaginärer Räume angelegt sind. So entwirft er sein Ich als Gebäude mit assoziativen Erinnerungs-, Lebens- und Entfaltungsräumen.
Das Haus ist seit Freud eine geläufige Metapher, ebenso dessen Variation analog einer biografischen Entwicklung. Neu ist jedoch, dass die Idee eines Selbstporträts in einem abstrakteren Sinne reflektiert wird und somit die Konstruktion dieser Identität universelle Dimensionen annehmen kann. Als einzelne Bausteine verwendet Manders Grundrisse, bizarre Zeichnungen und raumgreifende installative Arbeiten, die er nach präzisen Plänen zusammenführt. Oftmals gleichen sie wissenschaftlichen Versuchsanordnungen, und es mutet ihnen etwas Surreales an. Sie entführen uns in eine Welt, die man zu kennen glaubt und die einen doch immer wieder in die Irre führt. Als rigide durchdachte Selbstkonstruktionen konstituieren sie ein rätselhaftes Universum, in dem eine düstere Grundstimmung herrscht. Man betrachte etwa die recht makabere Arbeit «Nocturnal Garden Scene», 2005. Auf einem tiefschwarzen Untergrund liegt der entzwei geteilte Körper einer schwarzen Katze. Sie wird flankiert von zwei flaschenähnlichen Objekten, die durch eine lose hängende Schnur miteinander verbunden sind. Zwischen den beiden Körperfragmenten öffnet sich Raum. Dazu erklärt Manders, dass er vom unmöglichen Wunsch getrieben war, zwei Objekte an demselben Ort zu platzieren. Gleichzeitig ging es ihm darum, die Brust weit zu öffnen, um die Herztätigkeit sichtbar zu machen. Darüber hinaus bringt er seine Faszination für hängende Seile ins Spiel - ein rein formales Element, das hier an Kabel oder Venen denken lässt. Diese Synthese von verschlüsselten Geschichten, die sich auch bei längerer Beschäftigung nur partiell erschliessen, ist für das Werk von Manders charakteristisch.

Bis 
13.06.2009
Autor/innen
Dominique von Burg
Künstler/innen
Mark Manders

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