Masken

Jean-Joseph Carriès · Masken-Selbstbildnis, um 1889, Steingut Foto: Andreas Arnold

Jean-Joseph Carriès · Masken-Selbstbildnis, um 1889, Steingut Foto: Andreas Arnold

Hinweis

Masken

Die Maske in der Kunst - fast fürchtet man, das Thema könne vielleicht nur angehende Kunsthistoriker begeistern. Keineswegs - die Mathildenhöhe zeigt eine sehr sehenswerte, reich bestückte Ausstellung, die vor allem auf Frankreich und die Jahre zwischen 1860 und 1920 fokussiert. In knappen Gegenüberstellungen werden die frühen Einflüsse des antiken griechischen Theaters gezeigt. Spannender noch sind die Inspirationen aus dem Fernen Osten: Skulpturen aus buddhistischen Tempeln, Manga-Zeichnungen von Hokusai und Masken des japanischen Nô-Theaters. Die asiatische Kunst beflügelte zu dieser Zeit die westliche Bildsprache, drang in Rodins Atelier ein, der gleich mehrere verstörende Bildnisse der japanischen Schauspielerin Hanako fertigte, die wiederum Edward Steichen zu einer Fotografie animierte. Auch den Masken von Jean-Joseph Carriès sieht man die asiatischen Einflüsse an. Grimassen schneidend verewigte er sich vielfach in glasierten Tongesichtern als multiple Persönlichkeit und beweist: Hinter jeder Maske steckt ein Mensch und jedes Individuum hat viele Masken - lachend, grinsend, verzweifelt und zerrissen. Auguste Rodin und Odilon Redon, James Ensor, Man Ray und Picasso, sie alle mussten sich damit befassen - in Darmstadt zeigt sich somit die Kunst der conditio humana schlechthin. Die Maske umspannt Kulturen, sie ist zeitlos und sehr unterhaltsam sowieso.

Bis 
06.06.2009
Autor/innen
Grit Weber

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