Nina Könnemann

Nina Könnemann · o.T., 2009, Handtuch, Zwirnfrottier, farbig.

Nina Könnemann · o.T., 2009, Handtuch, Zwirnfrottier, farbig.

Hinweis

Nina Könnemann

Es sind immer die Nebenbühnen, auf die Nina Könnemann ihre Kamera richtet. Aber gerade diese Schauplätze der Peripherie sind ja oft die Orte merkwürdiger Ereignisse, weil dort nüchterne Realität und surreale Inszenierungen als fragiles Geflecht zueinander finden. Als die Künstlerin 2004 zu Besuch in Madagaskar war, fielen ihr einheimische Männer auf, die grosse Handtücher in leuchtenden Farben und Blumenmustern als modischen Umhang trugen. Und als sie 2008 im britischen Vergnügungsviertel Blackpool filmte, waren es orange-weisse Verkehrshütchen aus weichem Stoff, die sich die Besucher als spas­siges Accessoire auf den Kopf gesetzt hatten. Madagaskar und Blackpool - hier wie dort geht es ums Verkleiden und Umdeuten und somit um die subtile Kraft des Transitorischen: Nicht im globalen Fokus, doch an seinen Rändern zeigt sich ihre besondere Ausprägung. Die beiden zugehörigen Videos «Free Mumia» und «Cone» präsentiert die Künstlerin derzeit zusammen mit einer Handtuchedition, welche die Zeichnung eines Basketballs auf das Rechteck eines orangefarbenen Frotteestoffs überträgt. Dieses Handtuch steht als Synthese der beiden beschriebenen Accessoires. Denn das Handtuch kann man kaufen und, wenn man's mal ganz toll treiben will, als Umhang oder Kopfschmuck durch die Städte tragen.

Bis 
16.05.2009
Institutionen Land Ort
Portikus Deutschland Frankfurt/M
Künstler/innen
Nina Könnemann

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