Christina Niederberger

Christina Niederberger · Big Bear after Klein, 2009, Acryl- und Sprayfarbe auf Leinwand,
75 x 65 cm

Christina Niederberger · Big Bear after Klein, 2009, Acryl- und Sprayfarbe auf Leinwand,
75 x 65 cm

Christina Niederberger · In Bruges, 2010,
Öl, Acryl- und Sprayfarbe auf Leinwand,
115 x 115 cm

Christina Niederberger · In Bruges, 2010,
Öl, Acryl- und Sprayfarbe auf Leinwand,
115 x 115 cm

Hinweis

Christina Niederberger

Da darf es glitzern und glänzen, da dürfen Farben auch mal grell aufscheinen, da wird auch mal gesprayt: Die Malerei von Christina Niederberger (*1961, Bern) ist sicher unkonventionell. Die Künstlerin lebt seit 1992 in London und ihr Werk muss und kann in diesem Kontext genauer verstanden werden. Provozierendes, Grenzen Auslotendes hat dort vermutlich mehr Raum als in ihrem Heimatland. Dabei sind diese Momente bei Christina Niederberger immer durchaus reflektiert und technisch auf dem höchsten Niveau. Wenn sie sich auf Yves Klein und dessen Blau-Mystik bezieht, wenn sie den Glitter von Tauschbildchen und Elemente populärer Bilder aufnimmt, dann sind das Mittel, die Kunstgeschichte gegen den Strich zu bürsten, das Hehre, auch ein wenig augenzwinkernd, im Alltag zu verorten, die Grenzen von High und Low fliessend zu machen. Das ist bei dieser Künstlerin einerseits eine konsequent entwickelte malerische Praxis, andererseits - ohne dass deswegen die Bilder zu Illustrationen würden - theoretisch fundiert. Christina Niederberger studierte Fine Arts am renommierten Goldsmiths College der University of London und schloss mit einer Doktorarbeit ab. Darin setzte sie sich intensiv mit dem Phänomen und den Erscheinungsformen des Kitsch auseinander. Nun ist ja der Kitsch, für den es im Übrigen auf der ganzen Welt nur dieses deutsche Wort gibt, genau die Bewegung, in der das «hohe» Schöne noch einmal überhöht, überschönt in die Niederungen des Alltags einbezogen wird. Kitsch ist immer Übertreibung, ist stets des Guten zuviel, äussert sich im Überschwänglichen. Wenn die Malerin nun Elemente des Kitsch, billige Schönheit, entkunstete Kunst also, in ihr Werk einbaut und in die Kunst zurückholt, stellt sie Konventionen auf die Probe - etwa jene der Schönheit, über die kaum mehr ernsthaft gesprochen wird. Indem die Klischees, die den Kitsch auszeichnen, also in die Kunst eingeführt werden, werden auch Klischees, die in der Kunst vorhanden sind, in Frage gestellt - im Medium raffinierter Malerei.

Bis 
28.05.2010
Künstler/innen
Christina Niederberger
Autor/innen
Konrad Tobler

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