Nicola Costantino

Nicola Costantino · Nicola y su doble. Vestidor, 2010, Injekt Print, Daros Latinamerica

Nicola Costantino · Nicola y su doble. Vestidor, 2010, Injekt Print, Daros Latinamerica

Hinweis

Nicola Costantino

Wahrlich unter die Haut geht Nicola Costantinos (*1964, Rosario) zeitgenössische Version des Doppelgängers, literarisch vorgeprägt durch E.T.A. Hoffmanns Medardus, psychoanalytisch gefasst durch Freuds Konzept des Unheimlichen. Das Double der argentinischen Künstlerin entstand aus Gips und Modelliermasse während ihrer Mutterschaft als Singlefrau und begleitete sie von der Schwangerschaft zur Geburt, bis sie es vor einigen Monaten über die Klippen stürzte. Distanz und Suspense bestimmen die grossformatigen, atmosphärisch dichten Fotografien der beiden Frauen. Mutter- und Künstlerinnenschaft sind in besonderer Weise verwoben.
Costantinos Material sind Körper. Körper von Tieren, Silikonsurrogate menschlicher Haut und sie selbst. Berühmte Fotografien und Gemälde stellt sie nach: Velázquez' ‹Las Meninas› oder Arbus' ‹Zwillinge›. Die Abgüsse von Tierföten quetscht sie in Koffer oder rollt sie zu Kugeln. Als bewusste Kritik am bedenkenlosen Umgang der Konsum-, Werbe- und Modewelt mit Tieren tischt sie deren verdrängte Kehrseite auf. Statt Leder benutzt sie Silikonhäute mit Brustwarzen, Anus oder Nabel für ihre Handtaschen-, Schuh- und Kleiderkollektion, alles nonchalant auf dem Laufsteg präsentiert.

Bis 
14.05.2011
Künstler/innen
Nicola Costantino
Autor/innen
Yvonne Ziegler

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