Sylvia Hostettler

Sylvia Hostettler · Suchend in einer gefluteten Stadt NIEMANDESLAND gefunden, 2011, Installationsdetail, verschiedene Materialien

Sylvia Hostettler · Suchend in einer gefluteten Stadt NIEMANDESLAND gefunden, 2011, Installationsdetail, verschiedene Materialien

Hinweis

Sylvia Hostettler

In der Kunsthalle Arbon errichtete Sylvia Hostettler (*1965) eine spätkapitalistische Multimedia-Höhle. Ein Zelt aus blauer Folie birgt die mehrteilige Installation ‹Suchend in einer gefluteten Stadt NIEMANDESLAND gefunden›. Inspiriert durch einen Tokyo-Aufenthalt, hat die Berner Künstlerin einen intelligent komponierten artifiziellen Unort geschaffen, an dem sie Urbanisierungsprozesse in Objekten, Videos und Soundinstallationen untersucht. Der Besucher tappt auf weichen Schaumstoffmatten durchs Zelt. Die Verlorenheit in einer Megastadt wird physisch spürbar. Stimmengewirr und Strassengeräusche dringen aus Schachtelobjekten, die an wuchernde Hochhaussiedlungen erinnern, an möglichst schnell und günstig erstellte Herbergen für eine stetig wachsende Menschenmenge. Hostettler, die zuvor mit Wachsobjekten arbeitete, zeigt auch hier Sinn für delikate Techniken. Mit einer traditionell japanischen Zickzack-Falttechnik verwandelt sie Goldfolie und mit Fotos von Banknoten bedruckte Papierbögen in reich verzierte Türme, die auf einem Karussell kreiseln. Optisch verdichtet führt sie die Geschäftigkeit einer kapitalistischen Lebensweise vor - und deren Schattenseiten. Das blaue Zelt ist aus jener strapazierfähigen Folie, die obdachlose Japaner oft benutzen, um sich ephemere Unterkünfte zu schaffen.

Bis 
21.05.2011
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Sylvia Hostettler 16.04.201122.05.2011 Ausstellung Arbon
Schweiz
CH
Autor/innen
Alice Henkes
Künstler/innen
Sylvia Hostettler

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