Hotel Abisso

Valentin Carron · Ciao Nr 4 (Nero), 2012; Grisélidis Réal, Wandarbeiten. Foto: Annik Wetter

Valentin Carron · Ciao Nr 4 (Nero), 2012; Grisélidis Réal, Wandarbeiten. Foto: Annik Wetter

Hinweis

Hotel Abisso

Ein schmiedeeisernes Gitter von 1900 findet sich neben der minimalistischen Wandmalerei ‹Brickwall›, 2013, von Guillaume Pilet, eine alte Maschine für den Parkettzuschnitt steht unweit eines Objekts aus Stühlen von Latifa Echakch, ‹Sans Titre›, 2012. Andrea Bellini, der neue Direktor des Centre d'Art Contemporain in Genf, beginnt seine kuratorische Arbeit mit einer gründlichen Stadterkundung. Gemeinsam mit Tiphanie Blanc, die bereits verschiedene recherche-basierte Ausstellungsprojekte realisiert hat, bringt er in der Ausstellung ‹Hotel Abisso› aktuelle Kunst und historische Objekte zusammen. Cover des US-Wirtschaftsmagazins Fortune rücken in die Nähe der Ölbilder von Benjamin Hugard, der in einer Porträtserie mit dem anspielungsreichen Titel ‹Corridor de Vasari›, 2011, chinesische Maler darstellt, die sich als Kopisten bekannter Meisterwerke betätigen. Der Themenkreis Kunst, Macht, Wirtschaft klingt immer wieder an. Kunst als Mittel der Distinktion wird ebenso thematisiert wie Kunst und die Suche nach persönlicher Freiheit. Ein starkes Bild hierfür entsteht in der Kombination von Bildern der künstlerisch erfolglosen Feministin Grisélidis Réal (1929-2005), die als Prostituierte ausserhalb der bürgerlichen Gesellschaft lebte, mit einem Readymade von Valentin Carron: einem Mofa von Piaggio, das wie ein Metall gewordener Traum der Freiheit im Raum steht.

Bis 
04.05.2013

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