Rudy Decelière

Rudy Decelière · Proximité réduite, 2013, ­Ausstellungsansicht Musée Jenisch

Rudy Decelière · Proximité réduite, 2013, ­Ausstellungsansicht Musée Jenisch

Hinweis

Rudy Decelière

Unzählige verdrahtete Kupferscheibchen evozieren auf schwarzen Wänden die Pixel bis zur Unkenntlichkeit vergrösserter Bilder: Die beiden Seiten des Eingangssaals des Musée Jenisch wirken wie eine Edeldiskothek. In der Ausstellung von Rudy Decelière (*1979, Tassin-la-Demi-Lune) geht es jedoch neben Visuellem an der Grenze des Erkennbaren eher um leise Geräusche und feine Bewegungen. Um die Installation ‹Proximité réduite› zu ergründen, müssen wir uns den Wänden nähern. Nur so werden die Bilder deutlicher: Im Norden ein geschlossenes Auge und ein offener Mund, im Süden Hände vor einem Gesicht - offenbar Details von Altmeisterzeichnungen, die um den Schrecken des Todes kreisen. Zugleich hören wir ein Säuseln und ein Zischen, hier dichter, dort offener, je nach Binnenstruktur der Bilder. Erst wenn wir durch die verhängten Passagen in die dahinter verborgenen Kabinette vorgedrungen sind, lüftet sich das Geheimnis dieser sonoren Universen: Teppiche von wiederum auf verdrahtete Kupferscheibchen gesetzten Ästchen, an denen verwelkte Blätter zittern, im Atem von imposanten Entlüftern. Durch diese kuriose Verdrahtung inkongruenter Pole setzt Decelière eine Reflexion über Kunst in Gang, die stets diffizile Übersetzungen zwischen Realem und Abstraktem impliziert, zwischen Dimensionen und nicht zuletzt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Tod und Leben.

Bis 
04.05.2013
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Rudy Decelière 14.02.201305.05.2013 Ausstellung Vevey
Suisse
CH

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