Da stieg ein Baum

Bergahorn mit Moos bewachsen, Bois Banal in Tariche/St.Ursanne, 2014, Institut für terrestrische Ökosysteme ETH Zürich. Foto: C. Rovina

Bergahorn mit Moos bewachsen, Bois Banal in Tariche/St.Ursanne, 2014, Institut für terrestrische Ökosysteme ETH Zürich. Foto: C. Rovina

Hinweis

Da stieg ein Baum

Vier Künstler und ein Thema. Peter Emch, Vincent Kriste, Josef Felix Müller und Felix Studinka treffen im Gluri Suter Huus aufeinander. Rudolf Velhagen hat die Schau kuratiert und Rainer Maria Rilke liefert posthum das Motto dazu: Der Titel ‹Da stieg ein Baum› ist einem seiner Sonette entliehen, das erzählt, wie Orpheus' Gesang für Eurydike selbst die wildesten Tiere im Wald gerührt haben soll. Der Wald des St. Gallers Josef Felix Müller ist indes kein Zufluchtsort, sondern ein künstliches Birkenwäldchen, in dem sich Hölzer mit wunden Wurzeln an abgesägte Astgabeln reihen. Tabula rasa auch mit Blick auf 1999, als Sturm Lothar ganze Wälder niedermähte: Peter Emch setzt den Bäumen ein Denkmal, indem er mit Rundholz-Scheiben Drucke mit Jahresringen schafft. Gelebtes Leben auf Japanpapier. Der Basler Vincent Kriste integriert einen dick mit Acryl bemalten Baumstamm in eine witzige Rauminstallation und verleiht der Schau eine humoristische Note. Wer sich über die hässliche Steckdose mitten in Felix Studinkas abstrakten Baumkronen wundert, tappt in eine absichtsvolle Falle. Wo beginnt der Fake? Wann ist Kunst Natur oder umgekehrt? Das Institut für terrestrische Ökosysteme der ETH dokumentiert schliesslich mit Fotografien, dass Wissenschaft wunderbare Bilder erzeugt.

Bis 
02.05.2015

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