Etel Adnan

Etel Adnan · Ohne Titel, 2015, Öl auf Leinwand, 33 x 24 cm, Courtesy Galerie Lelong & Co 
 

Etel Adnan · Ohne Titel, 2015, Öl auf Leinwand, 33 x 24 cm, Courtesy Galerie Lelong & Co 

 

Etel Adnan · Montagne 2, 2015, Tusche auf Papier 38 x 45 cm, Courtesy Galerie Lelong & Co
 

Etel Adnan · Montagne 2, 2015, Tusche auf Papier 38 x 45 cm, Courtesy Galerie Lelong & Co

 

Hinweis

Etel Adnan

Montricher — Seit Erscheinen ihrer ersten Gedichte, Romane, Theaterstücke und Hörspiele aus den Sechziger-, Siebzigerjahren ist Etel Adnan (*1925, Beirut) als Dichterin anerkannt.Erst in den letzten gut zehn Jahren ist ihr nun auch der Durchbruch als Malerin gelungen. Die Geisteswissenschaftlerin hat zwar gleichzeitig als visuelle Künstlerin wie als Literatin begonnen, doch die Zeit war wohl nötig, um auch im Medium Malerei zu reifen. Die frühen Gemälde, die am Anfang ihrer gegenwärtigen Ausstellung in der Fondation Jan Michalski gezeigt werden, sind noch stark von den Vorbildern Nicolas de Staël und Pierre Tal-Coat geprägt.
Zunehmend befreit von der schwarz-roten Schwere, die das europäische Informel heute als Malerei einer verjährten Epoche erscheinen lässt, gelangen der zwischen der türkischen, griechischen und arabischen Kultur aufgewachsenen und später zwischen Paris und Kalifornien pendelnden Künstlerin jedoch immer reduziertere Kompositionen in überraschend leuchtenden Farbkombinationen, die jedes rationale Begreifen übersteigen. Der Eindruck unendlicher Weite, den sie in ihrer Malerei trotz der kleinen Formate erzeugt, hat wohl etwas mit der intuitiven Adaption einer etwa aus der mittelalterlichen Illumination bekannten, sachte umgekehrten und gekrümmten Zentralperspektive zu tun. Die nach der einleitenden Retrospektive ausgewählten Stücke aus fast der ganzen Bandbreite des Schaffens, in welcher die Künstlerin nach wie vor produziert oder produzieren lässt (neben Malerei und Zeichnung auch Druckgrafik, Textil, Keramik und Mosaik), könnten kein besserer Appetitanreger für die auf Sommer im Paul Klee Zentrum in Bern angekündigte grosse Schau sein, die sich auf die Verbindungen zwischen ihrem Werk und ihrer – wie auch Staëls und Tal-Coats – Inspirationsquelle Paul Klee konzentriert. Bei Klee ist sicher das Fluidum zu suchen, das die geometrische Kunst gegenüber der Realität und der Allegorie öffnete. Reizend ist die Ausstellung in der Fondation Jean Michal-skyi, welche die Parallele zwischen dem auf den Bildern von Adnan immer wieder auftauchenden Mount Tamalpais bei San Francisco und dem Mont-Blanc zeigt, dessen Pyramide bei klarem Wetter im hoch über dem Genfersee auf den Jurahügeln gelegenen Montricher in unmittelbarer Nähe erscheint. 

Bis 
20.05.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
La fulgurance du geste 16.02.201820.05.2018 Ausstellung Montricher
Schweiz
CH
Künstler/innen
Etel Adnan
Autor/innen
Katharina Holderegger Rossier

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