Marianne Engel & Simon Ledergerber

Marianne Engel · Zerfressener Zwillingspilz, 2018, eingefärbter Epoxydharz, Nachleucht­pigmente, Pilzoriginalgrösse, Unikat

Marianne Engel · Zerfressener Zwillingspilz, 2018, eingefärbter Epoxydharz, Nachleucht­pigmente, Pilzoriginalgrösse, Unikat

Simon Ledergerber · Wem gehört das Zentrum der Erde?, 2019, Sand, Holz, Erde, 120 x 90 x 60 cm

Simon Ledergerber · Wem gehört das Zentrum der Erde?, 2019, Sand, Holz, Erde, 120 x 90 x 60 cm

Hinweis

Marianne Engel & Simon Ledergerber

Brugg — Derzeit ist eine paradoxe Hochkonjunktur im Umgang mit Naturprodukten und Reisen in die «unberührte Natur» feststellbar. Es scheint, als ob die Sehnsucht nach Natur grösser wird, je weniger von ihr übrig bleibt. Aussagekräftige Positionen zum Diskurs über Natur-Kultur-Konzepte im Zeitalter des «Anthropozäns» stellen Marianne Engel und Simon Ledergerber in der aktuellen Schau im Zimmermannhaus vor. Es geht in ihrer forschenden Spurensuche vordergründig nicht um Zerstörung oder Moral, sondern um Fragen danach, was die Welt und das Wesen der Natur ausmacht und was unter der fragilen Oberfläche liegt. Beide Kunstschaffenden widmen sich ausgeklügelten Produktionsverfahren. Sie beschäftigen sich mit der Transformation und Faszination des Werdens und Vergehens der Natur und des Lebens. Simon Ledergerber zeigt in seiner neuen Serie ‹Die Welt ist noch nicht gemacht› kraftvoll-archaisch anmutende Werke, aufgekleistertes und abgerissenes Papier auf eingefärbten Platten. Diese evozieren tektonische Strukturen und Prekäres zugleich. Der Künstler experimentiert mit Elementen wie Gips, Sand, Holz und Erde in Interaktion mit dem jeweiligen Ausstellungsraum. Mittels einer Intervention im Innenraum mit ausgehobener Erde aus dem vorliegenden Stadtgarten nähert er sich zudem der philosophischen und gesellschaftspolitischen Frage, wem das Zentrum der Erde gehört. Marianne Engel bespielt den Dachstock ebenfalls mit neu entstandenen Werken. Die Fotoarbeit ‹Hühnerpfad› passt gut zum Ausstellungstitel ‹Erdwürmer›. Man mutmasst, auch ob der etwas bedrohlichen Atmosphäre, was wohl unter der Oberfläche kreucht. In eigens gefertigten Kästen und auf Regalen werden über Insekten und Würmer ausgehöhlte und mit Epoxyharz ausgegossene Pilze präsentiert. Die Leuchtkraft von ‹Zerfressener Zwillingspilz› kann als Hommage an die Natur und an Kompostwürmer gedeutet werden, die bekanntlich als nützliche Klimaschutz-Helfer agieren. Die Ausstellung eröffnet ein Spannungsfeld zwischen Kunstnatur und Naturkunst, indem auch das Verhältnis zwischen dem «Anthropozän» und einer ästhetischen Position beleuchtet wird.

Bis 
09.06.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Marianne Engel, Simon Ledergerber 27.04.201909.06.2019 Ausstellung Brugg
Schweiz
CH
Künstler/innen
Marianne Engel
Simon Ledergerber
Autor/innen
Ursula Meier

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