Christoph Fischer

Christoph Fischer · Chicago Westside, 2011, Bleistift, Papier © ProLitteris

Christoph Fischer · Chicago Westside, 2011, Bleistift, Papier © ProLitteris

Christoph Fischer · Chicago Westside, 2011, Bleistift, Papier © ProLitteris

Christoph Fischer · Chicago Westside, 2011, Bleistift, Papier © ProLitteris

Hinweis

Christoph Fischer

Basel — ‹Der Welt abgeschaut› heisst die erste umfassende Ausstellung des Zeichners Christoph Fischer (*1976, Luzern), die im Cartoonmuseum die Entwicklung des grandiosen Gesellschaftsporträtisten von seinen frühen Reportagen bis hin zu fünfzig aktuellen, grossformatigen Traumbildern veranschaulicht. Wegen der Corona-Krise konnte die Schau im März nicht eröffnen. Eine Exklusivität ist daher der Rundgang zu dritt mit der Direktorin Anette Gehrig und der Pressebeauftragten Anne Müller. Über vier Jahre erstreckten sich die Vorarbeiten. Das Ergebnis ist ein über drei Geschosse führendes Raumkonzept, das neben einzelnen Werkgruppen Einblick ins Atelier und den Schaffensprozess präsentiert. Im Erdgeschoss stossen wir auf ‹Chicago Westside›, 2011, eine persönliche Reportage aus einem der gefährlichsten Gebiete weltweit. Christoph Fischer verweilte hier längere Zeit und suchte die Nähe zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Eine Familie mit dreizehn Kindern und Grossmutter öffneten ihm ihre Wohnungstüre. Die mit ihrem jeweiligen Namen versehenen Porträts zeugen auch von ihren ­Lebensumständen. Christoph Fischer erfasst sie realistisch und bis in viele Details wie Tätowierungen oder Produktenamen. Spätesten hier wird unsere kleine Gruppe im Museum melancholisch und hofft, dass noch viele Besuchende diese Werke so nah betrachten können. Randständige Menschen findet der Künstler auch in der Schweiz, vor dem Luzerner Bahnhof oder im Wohnquartier Bümpliz bei Bern. Er beobachtet sie im Alltag, auf der Strasse. Sein Blick ist der eines Journalisten, seine Zeichnungen üben Gesellschaftskritik, dokumentieren Gentrifizierung und den Umgang mit öffentlichem Raum. Christoph Fischer taucht in die Welt ein ohne Schutzanzug, ohne trennende Autofensterscheiben. Zu den meisten Orten fährt er mit dem Velo, auch wenn es längere Touren sind. Doch auch sein im ersten Obergeschoss gelegenes Atelier am Kreuzstutz, einem lärmgeplagten Luzerner Kreisel, erweist sich als idealer Beobachtungsposten. Hier hat er den Strassenwischer Heinz Gilli entdeckt und ihm ein Denkmal gesetzt. Das Gipsmodell der überlebensgrossen Skulptur bildet in Ober- und Unterkörper zerlegt den Mittelpunkt von zwei übereinandergelegenen Ausstellungsräumen. Die beiden Torsi und die Fragilität des Modells werden zu Sinnbildern einer zerbrechlichen Welt. Solange das Haus geschlossen ist, bietet das Museum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Online-Vermittlungsprojekte an. Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen. 

Bis 
30.08.2020

→ Cartoonmuseum Basel, bis 1.6.; Publikation, Christoph Merian Verlag, Online-Angebote: ↗ www.cartoonmuseum.ch

Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
«Christoph Fischer. Der Welt abgeschaut» 21.03.202030.08.2020 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Autor/innen
Andrea Domesle
Künstler/innen
Christoph Fischer

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