Franz Fedier

Franz Fedier · Ohne Titel, 1968, Kunstharz auf Leinwand, 100 x 88 cm, Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri. Foto: F.X. Brun

Franz Fedier · Ohne Titel, 1968, Kunstharz auf Leinwand, 100 x 88 cm, Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri. Foto: F.X. Brun

Franz Fedier · Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri, 2022. Foto: F.X. Brun

Franz Fedier · Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri, 2022. Foto: F.X. Brun

Hinweis

Franz Fedier

Altdorf — Dieses Jahr jährt sich der Geburtstag des Malers Franz Fedier (1922, Erstfeld – 2005, Bern) zum 100. Mal. Fedier, der in Bern lebte und während 20 Jahren an der Basler Kunstgewerbeschule unterrichtete, war ein bedeutender Vertreter der Abstraktion in der Schweiz. Er engagierte sich als Pädagoge für eine offene Kulturpolitik, präsidierte von 1987 bis 1992 die Eidgenössische Kunstkommission und war bestens vernetzt. Sein Werk ist auch heute nicht vergessen, doch in Museumssammlungen und Ausstellungen eher spärlich präsent. Im Kanton Uri und darüber hinaus führte Fedier allerdings seit den 1950er-Jahren regelmässig Kunst-am-Bau-Aufträge aus, welche die Frische seiner künstlerischen Arbeit belegen.
Barbara Zürcher und Jürg Nyffeler nahmen den 100. Geburtstag von Franz Fedier zum Anlass, um im Haus für Kunst Uri eine Retrospektive einzurichten. Ihnen stand der umfangreiche Nachlass aus dem Familienbesitz zur Verfügung. Das ist insofern ein Glücksfall, als sich so Beispiele aus allen Schaffensphasen seiner langjährigen Tätigkeit versammeln liessen.
Die Ausstellung zeigt: Franz Fedier beobachtete seit den 1950er-Jahren wachen Auges, was sich in der Kunst nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Paris und in den USA tat. In seinem Schaffen folgte der experimentierfreudige und im Umgang mit Farben und Formen spielerisch und wendig agierende Künstler weitgehend der von der «Weltkunst» gelegten Spur, die er reflektierte und aus seiner privaten Sicht variierte. Von Gegenständlichem rückte er schon frühzeitig ab, um sich der aus expressiver Gestik entwickelten Abstraktion der Nachkriegsjahre zuzuwenden. Wichtig waren für ihn in der Folge die Hard-Edge-Künstler wie Frank Stella, aber auch Minimal Art. Eine der Pop-Art nahe Phase ist ebenfalls zu verzeichnen. Was Franz Fediers Schaffen generell auszeichnet, sind ein spürbar lustvoller Umgang mit intensiven, kontrastierenden Farben, Freude am Vorstossen in Neuland, ausgeprägter Sinn für Räumlichkeit und Tiefe sowie eine gewisse Unbekümmertheit im Umgang mit seinem künstlerischen Material. Das Kuratorenteam verzichtete in der Präsentation auf die Chronologie und mischte die verschiedenen Epochen und Strömungen in Fediers Werk. Sie lenken damit die Aufmerksamkeit auf formale Konstanten – Bergmotive zum Beispiel –, aber auch auf Gegensätze und Spannungen. So ergibt sich eine lebendige und abwechslungsreiche Schau, die das Schaffen des Urners erneut ins Bewusstsein des Kunstpublikums rücken kann.

Bis 
15.05.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Franz Fedier — Die Retrospektive 12.03.202215.05.2022 Ausstellung Altdorf
Schweiz
CH
Künstler/innen
Franz Fedier
Autor/innen
Niklaus Oberholzer

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