Life, Without Buildings — Architektur Rebound

Life, Without Buildings, 2022, mit Werken von David Harding, Courtesy gta Ausstellungen, ETH Zürich, Hönggerberg. Foto: Nelly Rodriguez

Life, Without Buildings, 2022, mit Werken von David Harding, Courtesy gta Ausstellungen, ETH Zürich, Hönggerberg. Foto: Nelly Rodriguez

Life, Without Buildings, 2022, mit Werken von Tercerunquinto, Peter Friedl, Anna Molska, Allyson Vieira, Courtesy gta Ausstellungen, ETH Zürich, Hönggerberg. Foto: Nelly Rodriguez

Life, Without Buildings, 2022, mit Werken von Tercerunquinto, Peter Friedl, Anna Molska, Allyson Vieira, Courtesy gta Ausstellungen, ETH Zürich, Hönggerberg. Foto: Nelly Rodriguez

Besprechung

Fredi Fischli und Niels Olsen bestimmen seit 2014 das Programm der Ausstellungen am Institut gta an der ETH Zürich. In der aktuellen, von Adam Szymczyk kuratierten Präsentation wird der Fokus von der gebauten Welt auf Strukturen, Prämissen und Daseinsbedingungen globaler Arbeitsmigration verschoben.

Life, Without Buildings — Architektur Rebound

Zürich — An der silbern schimmernden Wand vor dem Eingang zum Ausstellungsraum sind auf Augenhöhe Faksimiles von Doppelseiten und Schwarz-Weiss-Fotografien aus ‹A Seventh Man›, 1975, von John Berger und Jean Mohr platziert. Sozial engagiert berichten diese von der Härte und dem Minimalstandard der Wohnsituation spanischer Arbeitsmigrant:innen im Genf der 1970er-Jahre. Berger und Mohr sind zwei zeitgenössische Positionen, die Adam Szymczyk für die Ausstellung ausgewählt hat. Die Schau folgt auf das Seminar ‹Life, Without Buildings›, das er im Herbstsemester 2021 auf Einladung von Fredi Fischli und Niels Olsen angeboten hat. An der ETH hat das Duo mit der Praxis, fächerübergreifend zeitgenössische Debatten aufzunehmen und in Ausstellungen Kunst und Lehre zu verschränken, Neuland betreten.
Szymczyks jüngstes kuratorisches Kunst- und Bauprojekt, die Polizeistation ‹Mühleweg›, wurde im November 2021 fertiggestellt. Seither überquert jede Person beim Hinein- und Hinausgehen in die Polizeistation den Schriftzug «Let the other side be heard as well» des britischen Künstlers David Harding. Auf dem Hönggerberg wird nun dessen Tätigkeit als «Town Artist» im schottischen Glenrothes (1968–1978) vorgestellt. Auf den quer im Raum platzierten Vitrinen werden von ihm verfasste Texte und SW-Fotos zu Projekten für Kindergärten, Schulen und Plätzen gezeigt, die er gemeinsam mit den Communities und lokalen Betrieben umgesetzt hat. Bei Harding studierten die Mitglieder der Glasgower Indie-Rock-Band ‹Life without Buildings› (1999–2002) – Inspirationsquelle und Referenz für Seminar und Ausstellung. Angrenzend sind Fotos des jüngsten Projekts von Ibrahim Mahama ausgebreitet, für das er mit der lokalen Bevölkerung in Tamale, Ghana, ehemalige Industrieareale aus der Kolonialzeit zu einer Bibliothek, Schulräumen, Archiv und Veranstaltungsorten umgestaltet. Positionen von Miriam Cahn über Peter Friedel, Yannis Tsarouchis, Doruntina Kastrati und Aristide Antonas sind so gruppiert, dass weitere Stimmen präsent sind und künstlerische Arbeitsweisen vorgestellt werden. Der Bau einer Autobahn im Kosovo, Strassenmärkte an der Grenze zur Legalität in Turin, die Baustelle des Parthenons in Athen und der Erwerb des Hafens von Piraeus durch einen chinesischen Investor kommen zur Sprache. Freiflächen, Natur und die gebaute Welt werden wegen der Fragwürdigkeit der Auswirkungen auf menschliches Leben fächerübergreifend zum Thema. Das Saalblatt entspricht dem Anfang eines Readers.

Bis 
20.05.2022
Institutionen Land Ort
ETH Zürich Schweiz Zürich
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Life, Without Buildings 16.03.202220.05.2022 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH

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