Hetum Gruber in der Staatlichen Kunsthalle

Hetum Gruber: Entscheidungen, Nr. 5368, 2004

Hetum Gruber: Entscheidungen, Nr. 5368, 2004

Hinweis

Hetum Gruber in der Staatlichen Kunsthalle

Hetum Gruber schraffiert Papier beidseitig solange, bis das Blattweiss unter einer Grafitschicht vollständig verschwunden ist, oder er versetzt Blättern Hiebe mit einem Grafit-Säckchen und übersät sie auf diese Weise mit kapselartigen Abdrücken. Gruber zeichnet - bleiern geronnene Lebenszeit - in vorbestimmter Frist metallisch schimmernde Grafitkreise oder bedeckt eine Packpapier-Rolle auf einer Länge von bis heute 23 Metern mit dichten Schraffuren (im Sinne von: «Etwas machen, dessen Fertigstellung unabsehbar ist»). Die Hunderte von Zeichnungen und drei Leinwandarbeiten des deutschen Konzeptkünstlers in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe dokumentieren eine künstlerische Position von seltener Radikalität. Die Person des Künstlers verschwindet hinter dem kürzelhaften Pseudonym «htmrbr» wie hinter der handwerklichen Routine des Arbeitsprozesses - oder materialisiert sich darin ohne jeden Anspruch auf Subjektivität. Alles Subjektive soll vielmehr überwunden werden, Bedeutung wird gezielt eliminiert. Ästhetische Valeurs spielen im künstlerischen Selbstverständnis des Künstlers keine Rolle. Dabei entfalten die Zeichnungen in ihrer puristischen Strenge contre coeur eine ganz eigene Ästhetik.

Bis 
26.06.2004
Künstler/innen
Hetum Gruber

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