«Boutique Damani - Dada Supreme» und «Radical Chic» im Cabaret Voltaire

Reine Akola, Schülerin, S'il suffisait d'aimer/Céline Dion, 4.12.2005, 17:52 Uhr, Av. de la Libération 478, Lomé

Reine Akola, Schülerin, S'il suffisait d'aimer/Céline Dion, 4.12.2005, 17:52 Uhr, Av. de la Libération 478, Lomé

Hinweis

«Boutique Damani - Dada Supreme» und «Radical Chic» im Cabaret Voltaire

Weil sich das Cabaret Voltaire in einer Shopping-Mall befindet, sich in diese zudem mit einem Showcase einreiht, hat sich der Direktor des Etablissements, Philipp Meier, entschlossen, den Konsumreigen mitzufeiern, dabei allerdings das kulturelle Kapital seiner Räume auszunutzen. So ist das Cabaret Voltaire zu einem Shop mutiert, wo man alles findet: vom oversized Hip-Hop-T-Shirt bis zum hippen Authentizitätslabel in Form eines «Vintage-Garantie-Fotobadge». Das Projekt gliedert sich in zwei Teile. Hinten in der Krypta zeigt Meier ein Projekt, das in Togo begann. Dort entstand ein Foto, das einen Schwarzen mit einem Shirt des afroamerikanischen Labels «Dada-Supreme» zeigt. Meier, vom globalistischen Mix rund um Dada fasziniert, liess das Shirt in 50-facher Auflage in Togo in einem Nähatelier nachschneidern und bietet diese Auflage nun zum Kauf an. Veredelt werden die Shirts durch frühere TrägerInnen. In einer Fotosession wurde jedes Shirt von einem Togoer, einer Togoerin vorgeführt. Das Foto des Shirts mit früherer Füllung ist jedem Shirt angeheftet, auch der jeweilige Name, Beruf und Musikvorlieben werden genannt. Wird im Krypta-Projekt mittels AfrikanerInnen aus dem fernen Togo die Aura, der Mythos hergestellt, so sind es im Showcase vor allem Schweizer Künstler und Künstlerinnen, welche T-Shirts mit Mehrwert versehen. Die von Tirdad Zolghadr kuratierte Ausstellung «Radical Chic» soll das Schaufenster des Cabaret Voltaire zu einer Geldquelle machen, «ohne dass die Institution an Glaubwürdigkeit verliert». Die Glaubwürdigkeit selbst wird nun als Ware begriffen, kritisches Bewusstsein als Mehrwert inszeniert. Zudem sollen Fair-Trade-Kriterien und die ethischen Massstäbe des Kunstbetriebs zur Sprache kommen.
Beteiligte KünstlerInnen u.a.: San Keller, Peter Stoffel, Christoph Büchel, superflex und Produkte des Hilfswerks Helvetas.

Bis 
06.09.2006

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