Bestrebt um höhere Akzeptanz

Fokus

Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich wollen das Jubiläumsjahr zu ihrem fünfzigjährigen Bestehen dazu nutzen, die beiden Fachbereiche stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Auftakt bildet dabei die Ausstellung zur Zürcher Wohnkultur im Museum Bellerive

Bestrebt um höhere Akzeptanz

Seit Denkmalpflege und Archäologie unter einem Dach in Stettbach vereint sind, versuchen die beiden Abteilungen mehr nach aussen zu treten und ein jüngeres Publikum anzusprechen. Das Interesse für archäologische Funde und kulturhistorische Objekte soll geweckt und vertieft werden.Dies ist auch dringend nötig, soll doch dem Vorurteil begegnet werden, dass die Denkmalpflege Bauprojekte verteuere und Veränderungen an historischen Gebäuden meist ablehne.
Die Sparmassnahmen der Zürcher Stadtbehörden 2004 trafen die Denkmalpflege und Archäologie hart: Je ein Viertel der Stellen wurden abgebaut, die beiden Abteilungen zusammengelegt und ins Amt für Raumordnung und Vermessung (ARV) übergeführt. Die nunmehr 45 Stellen und die knappen Ressourcen reichen zuweilen kaum mehr für die vordringlichsten Rettungsgrabungen und Unterschutzstellungen aus. Inhaltlich verwischt sich seither einiges, besonders imMittelalter-Bereich.Doch soll der Kontakt zu anderen Ämtern und Abteilungen positiv genutzt und Synergiefragen vermehrt angesprochen werden.ThomasMüller, Leiter der Abteilung Inventarisation, spricht gar von einem Aufbruch. Dies täuscht nicht über die stagnierenden Prozesse bei Unterschutzstellungen hinweg.Man denke nur an das geplante Kongresshaus und das Landesmuseum, dessen Erweiterungsbau den in der bestehenden Anlage manifestierten Dialog zwischen alter Eidgenossenschaft - der Turmbau - und der helvetischen Republik - der offene Park - zerstören würde.
Der «frische Wind» im ARV zeigt sich zunächst in der Ausstellung «Der schöne Schein» im Museum Bellerive. Es gelang den Ausstellungsmachern Arthur Rüegg und Silvio Schmied, die an sich trockene Materie didaktisch ansprechend und sinnlich erlebbar zu präsentieren. Im Foyer ist mit Gestellen, vollgepfercht mit Fundstücken und kostbaren frühzeitlichen Vasen,das Ambiente von Lagerräumen eingefangen. ImObergeschosswird die «Verkleidungssucht» der bürgerlichenWohnkultur unter die Lupe genommen. Die Anbindung an die Gegenwart schaffen Werke aus der Designsammlung des Museums für Gestaltung Zürich und Arbeiten zeitgenössischer Künstler. Leider geht in der dichten Fülle einiges unter, wie die kleineren Arbeiten von Heidi Bucher.

Bis 
07.06.2008

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