Bodenseetriennale, «Nothing to declare»

Richard Tisserand · Buttermödeli. Urbutter 1., auf dem Bodensee produziert. Foto: Tisserand

Richard Tisserand · Buttermödeli. Urbutter 1., auf dem Bodensee produziert. Foto: Tisserand

Besprechung

Die Triennale zeitgenössischer Kunst Oberschwaben findet seit 1998 an wechselnden Orten statt. In diesem Jahr sind ihr Trabanten in angrenzenden Ländern beigesellt. Ausstrahlend vom Friedrichshafener Zeppelin Museum werden künstlerische Arbeiten auch in Bregenz und Kreuzlingen gezeigt.

Bodenseetriennale, «Nothing to declare»

Sie sei stolz, dass sich so viele Künstler und Künstlerinnen Gedanken zur Bodenseeregion gemacht hätten, teilte die Bürgermeisterin von Friedrichshafen während der Presseeröffnung mit und die Direktorin des Zeppelin Museums ergänzte, diese Triennale, die man hoffe, später zu einer Bodensee-Biennale ausbauen zu können, sei inspirierender Anfang für eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Tatsächlich ist die erst im 19. Jh. durch nationalstaatliche Grenzen in drei Regionen geteilte Bodenseeregion bis heute - zumindest von der Schweiz aus - mit einer Zollkontrolle verbunden, was aber kaum ausschlaggebender Grund für die «defizitäre Wahrnehmung der Region als Ganzes» (Bodenseeleitbild) ist. Jedenfalls will man der mangelnden Identität im Bodenseeraum mit Kunst entgegenwirken und dabei auch die umliegenden «Kunstinstitutionen aus ihrem Inseldasein erlösen» (Regioartline). Für die 4. Triennale werden vom KuratorenteamBarnaby Drabble,DorotheeMessmer und Sybille Omlin Arbeiten von vierzig regionalen und internationalen KünstlerInnen zum Thema Identität, Grenzen und Migration vorgestellt. Damit selbst Museums- Muffel sich mit der Region auseinandersetzen, wurde in Friedrichshafen auch der öffentliche Raum involviert. Und während die Ausstellung im Zeppelin Museum für ein eher kunstfremdes Publikum mit heterogenen, bunten Arbeiten konzipiert wurde, kommt das Angebot in den klassischen Räumen im Bregenzer Palais Thurn & Taxis reduzierter daher. Im Kunstraum Kreuzlingen werden die absonderlichen Aktivitäten von «YKON» gezeigt, einem Verein, der sich für die Interessen von realen und fiktivenMikronationen einsetzt und künstlerische Aktionen mit bisweilen politischen Folgen inszeniert. Auf ähnlich subversivem Terrain lässt sich das «Butterschiff» von Richard Tisserand positionieren. Ausgehend vom Tatbestand, dass die Grenzen im Bodensee nicht klar definiert sind, folglich so etwas wie eine Zollfreizone besteht, hat Tisserand ein Schiff auf den Weg geschickt, auf dem er Butter zollfrei produziert und verkauft. Ob die Bürgermeisterin solche Gedanken vor Augen hatte

Bis 
21.06.2008

Palais Thurn & Taxis Bregenz, bis 4.5.
Kunstraum Kreuzlingen, bis 22.6., Butterschiff, 28.8., 18 Uhr
«Vorstellung» mit den KuratorInnen, Cabaret Voltaire, Zürich, 26.5., 20 Uhr

Institutionen Land Ort
Zeppelin Museum Deutschland Friedrichshafen
Autor/innen
Brita Polzer

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