Richard Serra

Richard Serra im Grand Palais, Oktober 2007. Foto: Valérie Jouve

Richard Serra im Grand Palais, Oktober 2007. Foto: Valérie Jouve

Hinweis

Richard Serra

«Monumenta» heisst eine noch vom letzten Kulturminister ins Leben gerufene Reihe von Einzelausstellungen im Grand Palais. Ziel ist die Steigerung «der internationalen Strahlkraft Frankreichs». Stars des internationalen Kunstbetriebs sollen aufs Publikum wirken wie die Glühbirne auf Motten: je heller, je zahlreicher. Der Osram-Kunstplan geht auf: 135.000 Besucher insgesamt, täglich 38.000, zog Anselm Kiefer 2007 in seine Beton- und Farb- Ruinen. Der Kuppelbau ist konzeptuell und logistisch eine Kopfnuss. Kein Problem für Richard Serra (*1941), in den Sechzigern Schüler von Josef Albers, Stahlwerksarbeiter,Minimal- Artist, seit 1968 mit Hang zur Monumentalität. Nach seiner Retrospektive im MoMA im Herbst letzten Jahres setzt der Amerikaner mit der Pariser Installation nun einen weiteren Akzent. Schon jetzt eines der wichtigsten Statements zur dritten Dimension, misst Serras Arbeit Werkprozess und Betrachtern grosse Wichtigkeit bei. Politisch kein Zauderer - 2004 nannte er die Bush-Regierung «die abstossendste, ekelhafteste, verhassteste Regierung, die es in den USA je gab» - will Serra dem Besucher des Riesen-Raums mit bis zu 45 Meter Deckenhöhe «eine private Erfahrung in einem öffentlichen Raum, umgeben von sehr vielen Menschen» ermöglichen. Kuratiert von Pompidou-Direktor Alfred Pacquement wird Serras Stahl-Land schaft den Raum fragmentieren und verdichten, zugleich mit der Wucht des Materials wie mit der Leichtigkeit des Volumens spielen. Kulturministerin Christine Albanel freut sich auf viel Publikum, das mit dem mächtigen «Dispositiv der Vermittlung» an «die Grösse und das Genie seines Schöpfers» herangeführt werden soll. Wer's glaubt, geht hin.

Bis 
14.06.2008

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