elles@Centre Pompidou

Sanja Ivekovi´c · Personal Cuts, 1982, Vidéo, 3'40', Centre Pompidou/Mnam

Sanja Ivekovi´c · Personal Cuts, 1982, Vidéo, 3'40', Centre Pompidou/Mnam

Hinweis

elles@Centre Pompidou

Warum geben Museen Millionen für Neubauten aus, in die sie teure Gemälde weisser männlicher Genies hängen, statt gute Bilder von Künstlerinnen zu kaufen? Seit 1985 stellen die Guerrilla Girls simpel und suggestiv noch immer treffende Fragen. Jetzt hängt, international als erstes, das Centre Georges Pompidou die immerhin mageren 17,7% weiblicher Künstlerinnen seiner weltweit zweitgrössten Sammlung moderner und gegenwärtiger Kunst (60.000 Werke) nach vorn. Von den theoretisch möglichen 10.620 Werken wurden 500 zu einem historischen Parcours komponiert. Mit umfangreichem Veranstaltungsprogramm und eigener Website treten 200 Künstlerinnen als «Pionierinnen», «Denkerinnen» oder «Amazonen» der Kunstgeschichte auf. Ist das Museum, das gerade «Madame Georges Pompidou» eine Sonderhängung widmet, feministisch? Nein. Im bewährten Simone-de-Beauvoir-Stil ist «le Beau­bourg» pragmatisch fraulich. Und gibt damit der neuen Generation engagierter Frauen recht, die wie Ani Di Franco singen: «I'm not angry any more». Der Zorn ist verraucht, die Probleme stellen sich neu. Es geht nicht mehr allein, hat man dank feministischer Philosophien begriffen, um eine gesellschaftlich relevante Gruppe. Das Subjekt der Moderne steht auf dem Spiel. Bleibt zu hoffen, dass dieser Appell durch den - nach «Big Bang» und «Bewegung der Bilder» - neuen kunsthistorischen Paukenschlag des Nationalmuseums hindurch hörbar bleibt.

Bis 
26.05.2009

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