Oppenheimer/Schlesinger

Sarah Oppenheimer · Baltimore: installation view: the Baltimore Museum of Art, 2012

Sarah Oppenheimer · Baltimore: installation view: the Baltimore Museum of Art, 2012

Ariel Schlesinger · Oil Lamp, 2010, Glas, Metal, Öl, Baumwolldocht, 2x7x0,5 cm, Courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin/Ljubljana.
Foto: Marcus Schneider

Ariel Schlesinger · Oil Lamp, 2010, Glas, Metal, Öl, Baumwolldocht, 2x7x0,5 cm, Courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin/Ljubljana.
Foto: Marcus Schneider

Hinweis

Oppenheimer/Schlesinger

In der derzeitigen Ausstellung im Kunsthaus Baselland fügen sich zwei Einzelpräsentationen vortrefflich ineinander. Während die amerikanische Künstlerin Sarah Oppenheimer (*1972) den langgestreckten Annex mit einer Architekturintervention transformiert, leitet der israelische Künstler Ariel Schlesinger (*1980) mit funktional verwandelten Alltagsobjekten durch den restlichen Bau. Beide vermögen das Gegebene - einmal die vorgefundene Architektur und einmal vertraute Gegenstände - durch Aneignung der jeweils spezifischen Konstruktion, Struktur und Funktion zu erfassen und von innen heraus verblüffend umzugestalten. Dabei sind sowohl spielerisch-leichte als auch aggressiv-verunsichernde Momente von Bedeutung.
Für Sarah Oppenheimer ist dies ihr erster institutioneller Auftritt in Europa. Andernorts brach sie bereits Decken, Böden und Wände auf, um direkte oder gespiegelte Verbindungen zu anderen Räumen zu schaffen, sodass die räumliche Orientierung durch irritierende Sichten auf sich beispielsweise auf dem Kopf bewegende Menschen ins Schleudern gerät. Durch Einbau von miteinander verschränkten Wänden und Glasflächen vermischen sich in Muttenz Innen und Aussen. Denn für das menschliche Auge ist die Differenz zwischen den Koordinaten des Raums, in dem man sich befindet, und denjenigen Rauminformationen, die sich durch transparente, spiegelnde und die Sicht verstellende Elemente ergeben, widersprüchlich. Besuchende werden für einen Moment ganz auf die Gegenwart des eigenen Körpers zurückgeworfen, ein vorsichtiges Vorantasten und permanentes Nachjustieren der Raumpositionen tut Not.
Ariel Schlesinger hingegen verführt mit charmanten Dingen. Ein handelsübliches Feuerzeug wird zum stetig leuchtenden Öllämpchen, bei dessen Betrachtung man sich fragt, wie das eigentlich funktionieren kann, wieso das Plastikgehäuse nicht verschmort. Und ebenso staunend mustert man das lässig abgestellte Fahrrad, aus dessen Reifenventilen ein Flämmchen züngelt. Könnte da nicht etwas explodieren? Durch einen kleinen, aber präzisen Umbau versetzen Schlesingers Objekte in Unruhe. Der Künstler meint, dass kurz bevor etwas verschwindet Energie freigesetzt wird. Das spürt man. Wie von Zauberhand bringt er zwei Blatt Papier in Bewegung und zeigt Möglichkeiten auf, die sich in den Dingen verstecken, von uns jedoch erst durch seine treffsicheren Eingriffe entdeckt werden können.

Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kunsthaus Baselland Schweiz Basel/Muttenz
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Sarah Oppenheimer 23.05.201407.09.2014 Ausstellung Basel/Muttenz
Schweiz
CH
Ariel Schlesinger 23.05.201406.07.2014 Ausstellung Basel/Muttenz
Schweiz
CH
Künstler/innen
Sarah Oppenheimer
Ariel Schlesinger
Autor/innen
Yvonne Ziegler

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