Pablo Stähli

Pablo Stähli · Die erste Sekunde der ersten hundert Tage der siebziger Jahre, 1969/1970. In der Silvesternacht 1969/70 hat Pablo Stähli die erste Sekunde der Siebzigerjahre auf seiner Armbanduhr festgehalten, Originalabzug

Pablo Stähli · Die erste Sekunde der ersten hundert Tage der siebziger Jahre, 1969/1970. In der Silvesternacht 1969/70 hat Pablo Stähli die erste Sekunde der Siebzigerjahre auf seiner Armbanduhr festgehalten, Originalabzug

Sigmar Polke mit Begleitung in Stählis Wohnung am Metzgerrainle in Luzern, um 1973. Foto: Pablo Stähli

Sigmar Polke mit Begleitung in Stählis Wohnung am Metzgerrainle in Luzern, um 1973. Foto: Pablo Stähli

Hinweis

Pablo Stähli

Man wird ihn vorstellen müssen - nicht den älteren, doch den jüngeren Kunstfreunden, denen der Pionier wohl kaum mehr vertraut ist: Pablo Stähli (*1944) absolviert eine Buchhändlerlehre in Bern, ist Mitarbeiter bei GGK in Basel und, 1968-1972, beim Kunstkreis-Verlag in Luzern. 1972 bis 1978 führt er am Mühleplatz in Luzern eine Galerie. 1977 heiratet er Iracema Couto aus Recife. 1978 findet die erste Ausstellung der Stähli Zürich Galerie& Edition statt, 1988 die erste Ausstellung bei Stähli. Köln, 1991 gründet er die Stähli-Recife.Ltda. 2004 schliesst er die Firmen in Europa und verlegt den Wohnsitz nach Brasilien. Stähli organisiert über 300 Ausstellungen mit weltweit bekannten Künstler/innen und nimmt an über hundert Kunstmessen teil. Er betreut druckgrafische Editionen von rund dreissig Kunstschaffenden. Das ist nicht alles: Stähli ist leidenschaftlicher Fotograf. Fast immer ist er mit der Kamera unterwegs und hält das von Freundschaften und Spontaneität geprägte Kunstgeschehen vor allem in den Siebzigerjahren fest. Das ist das Thema der Ausstellung im Museum Bellpark mit dem Titel ‹Die ersten hundert Tage der Siebzigerjahre›. Das hat Erklärungsbedarf: Pablo Stähli, Markus Raetz und Balthasar Burkhard verfolgen 1970 für die Luzerner Ausstellung ‹Visualisierte Denkprozesse› ein Kunstprojekt mit diesem Titel. Es kommt nicht zustande. Die ‹Denkprozesse› jedoch werden prägend für den Aufbruch der Schweizer (und Luzerner) Kunst jener Jahre.
Was ist in Kriens zu sehen? Neben dem unvollendeten Projekt von Stähli/Raetz/Burkhard rufen zahlreiche Fotos Erinnerungen an das damalige Leben und das Kunst-Klima wach und lassen mancherlei hübsche Anekdoten um die Protagonisten aufleuchten - um Harald Szeemann, Jean-Christophe Ammann, Markus Raetz, Jean-Frédéric Schnyder, Luciano Castelli, Paul Thek, um die wichtigen Exponenten der Arte-povera-Avantgarde, um Fischli/Weiss oder Urs Lüthi. Zu spüren ist das Atmosphärische jener betriebsam-unruhigen Jahre, aber auch, dass Stählis Wahrnehmung - ein engagierter Galerist kann ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen - selektiv ist, dass seine Kunst vor allem jene Szeemanns und Ammanns (oder auch umgekehrt?) ist. Wie werden wohl diejenigen Besucher/innen reagieren, für welche die damaligen Bewegungen bestenfalls Legende oder gar ein unbekanntes Feld sind? Vielleicht bleibt einiges unverständlich, doch viele Künstlerporträts sind auch für jene anrührend, welche die Kreativität dieser Köpfe nicht erlebt haben.

Bis 
04.07.2015
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Aus dem Archiv von Pablo Stähli 26.04.201505.07.2015 Ausstellung Kriens
Schweiz
CH
Autor/innen
Niklaus Oberholzer

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