Alexander Calder & Fischli/ Weiss

Peter Fischli/David Weiss · Die-Gesetzlosen, 1984, 45,2x30 cm

Peter Fischli/David Weiss · Die-Gesetzlosen, 1984, 45,2x30 cm

Alexander Calder · Apple-Monster, 1938,
41,2x30 cm, Calder Found.NY ©ProLitteris

Alexander Calder · Apple-Monster, 1938,
41,2x30 cm, Calder Found.NY ©ProLitteris

Hinweis

Alexander Calder & Fischli/ Weiss

Eine Ausstellung zu Alexander Calder und Fischli/Weiss liegt auf der Hand. Die drei gehören, mit Roman Signer, zum kleinen Kreis der künstlerischen ‹Equilibristen›.
Wie der Name sagt, befassen sie sich mit den prekären, flüchtigen und immer auch amüsanten Aspekten des Gleichgewichts: Calder zur Zeit des französischen Surrealismus und des abstrakten Expressionismus, Fischli/Weiss seit den frühen Achtzigerjahren. Damals hatten die beiden Künstler Werkzeuge und andere Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs zu elaborierten Konstellationen zusammengestellt, die sich gegenseitig, wenn auch nur für Sekunden, im Gleichgewicht hielten - zumindest so lange, dass diese fragile Situation auf einem Foto festgehalten werden konnte. Es entstand die Serie ‹Equilibres›, Schlüsselwerke im Œuvre des Künstlerduos. Und diese wiederum führten zur Idee eines Films, in dem der Kollaps einer Konstruktion als Antrieb zur nächsten genutzt wird, und deren Kollaps wiederum zum Impuls für die nächste wird - und so weiter. Das Spiel mit dem Gleichgewicht, das ganz auf Zufälle, Einfälle und die Möglichkeiten der Gravitation vertraut, wie es im 1987 entstandenen Film ‹Der Lauf der Dinge› vorgeführt wird, hat etwas Unwiderstehliches, auch wenn jedes Mal voraussehbar ist, in welche Richtung sich die Situation entwickeln wird.
Ähnliche Motivationen trieben auch Alexander Calder um, sein Bonmot ‹Was ich gerne getan hätte, ist, eine Kugel ohne irgendwelche Hilfsmittel frei im Raum schweben zu lassen, aber ich konnte es nicht›, bringt es auf den Punkt und trifft sich mit Fischli/Weiss' legendärem Film. Auch vor Calders Mobiles steht man minutenlang fasziniert und beobachtet die minimalen, sanften Bewegungen, obwohl man ähnliche Muster auch von einer gleitenden Feder oder schwebenden Blättern kennt. Das bewegte Bild, egal ob in den Filmen von Fischli/Weiss oder in den Mobiles von Calder, hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüsst.
In der Ausstellung geht es nicht um eine Gleichsetzung der beiden Positionen, sondern darum, dem Phänomen des Äquilibriums nachzuspüren. Herauszufinden, wie innerhalb der beiden exemplarischen Œuvres damit umgegangen wurde, und welche typischen Motive sich jeweils darin finden. Der Plan ist also, in beiden Werken signifikante Momente des prekären Gleichgewichts herauszuarbeiten und sie zu zeigen.

Bis 
04.09.2016
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Alexander Calder, Fischli/Weiss 29.05.201604.09.2016 Ausstellung Basel/Riehen
Schweiz
CH
Autor/innen
Simon Baur
Künstler/innen
Alexander Calder
Fischli/Weiss

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