Peter Zimmermann

Peter Zimmermann · Installationsansicht Museum für Neue Kunst - Städtische Museen Freiburg 2016 ©ProLitteris. Foto: Bernhard Strauss

Peter Zimmermann · Installationsansicht Museum für Neue Kunst - Städtische Museen Freiburg 2016 ©ProLitteris. Foto: Bernhard Strauss

Peter Zimmermann · Installationsansicht Museum für Neue Kunst - Städtische Museen Freiburg 2016 ©ProLitteris. Foto: Bernhard Strauss

Peter Zimmermann · Installationsansicht Museum für Neue Kunst - Städtische Museen Freiburg 2016 ©ProLitteris. Foto: Bernhard Strauss

Hinweis

Peter Zimmermann

Man darf, ja muss sie tatsächlich betreten, jene magisch glänzende Bodenfläche aus Epoxidkunstharz, welche die Räume von Peter Zimmermanns (*1956, Freiburg/B) Ausstellung ‹Schule von Freiburg› vollflächig überzieht. Aus der Vogelperspektive wäre ein abstraktes Bodengemälde zu erkennen. Diesem liegt eine reale Fotografie zugrunde, die durch Softwareprogramme so stark vergrössert und verändert wurde, dass unscharfe Farbfelder entstanden, die in lasierenden Schichten gegossen werden konnten. Da die Fenster­rollos bewusst offen sind, vermögen Licht und Malerei jedem Raum eine andere Farbigkeit zu verleihen: Türkis, Rosé, Rot. Zusätzlich spiegelt der Boden Zimmermanns seit 2014 entstandene Serie von Ölgemälden: meist mit unzähligen Pinselstrichen übermalte Farbfelder. Auch sie basieren auf einer Bildvorlage. Diese wurde mit Hilfe des «Impressionsmusstrichmodus» einer Smartphone-App verändert, die nur wenig Gestaltungsfreiraum liess. Ausschnitte bannte der Künstler anschliessend in nachahmender Manier in Öl auf Leinwand. Der Prozess von fotografischer Aufnahme, durch Algorithmen ausgeführte Umwandlung, Ausschnittwahl und handwerklichem Kopieren führte zu Werken, die an bunte Federn, Schwarmformationen oder Fellstücke erinnern. Einem Rahmen gleich verweist bei manchen Gemälden die umlaufend weiss gelassene Leinwand darauf, dass es sich nur um ein Bild handelt, um Farbe auf Leinwand, abgemalt. Jenseits dieser Farbenpracht gibt es einen dunklen Punkt, ein typologisch anmutendes Epoxidkunstharzgemälde aus dunklem Guss, das nautische Tiefe und plastische Zähigkeit suggeriert. Darin erblickt der Betrachtende sein verzerrtes schwarzes Ebenbild. Am Ausstellungsende wird der glänzende Boden einer farbigen Eiskunstlauffläche mit unzähligen Kratzspuren ähneln und sich den Pinselgesten der Gemälde annähern. Zimmermanns konzeptuelle Malerei ist auch ohne das Wissen um den Herstellungsprozess unmittelbar zugänglich, da Spiegelungen, Farbräume und leuchtendes Kolorit eine aktivierende Stimmung erzeugen, brillierende Designoberflächen anklingen lassen. Vergleichbar mit Werken von Daniel Buren oder Tobias Rehberger in Cafés, bei denen Farbe, Glanz und Gebrauch eine besondere Atmosphäre schaffen. Zimmermann geht es dabei jedoch nicht um emotionale Werte, sondern um die Frage nach einer zeitgenössischen Malerei im digitalen Zeitalter, geschaffen mit Apps, Software, Epoxidkunstharz und Öl.

Bis 
19.06.2016
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Peter Zimmermann 19.03.201619.06.2016 Ausstellung Freiburg/B
Deutschland
DE
Autor/innen
Yvonne Ziegler
Künstler/innen
Peter Zimmermann

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