Tapisseries nomades

Magdalena Abakanowicz · Abakan rouge III, 1970-1971, Sisal, 300x300x45 cm, Fondation Toms Pauli. Foto: A. Conne

Magdalena Abakanowicz · Abakan rouge III, 1970-1971, Sisal, 300x300x45 cm, Fondation Toms Pauli. Foto: A. Conne

Hinweis

Tapisseries nomades

1993 schenkte Mary Toms dem Kanton Waadt ihre Sammlung von Tapisse­rien und 1996 doppelte Pierre Pauli mit seiner Sammlung von Bildteppichen nach, die vorgängig grösstenteils an der Biennale internationale de la Tapisserie de Lausanne/BITL ausgestellt worden waren. Die 2000 gegründete Fondation Toms Pauli bietet im MCBA nun erstmals einen Überblick über ihre Schätze. Sinnlich rollen diese nicht weniger als den bewegten Einritt einer Unterdisziplin der europäischen Malerei in ‹The Age of the Post-Medium Condition of Art› (Rosalind Krauss) auf, weshalb die BITL auch plötzlich keinen Sinn mehr ergaben. Ursprünglich vom Mann der Kunsthändlerin Alice Pauli, dem späteren Konservator des heutigen MUDAC Pierre Pauli, zusammen mit dem Maler Jean Lurçat angerissen, um die traditionellen Tapisserieateliers auf den Geschmack der Moderne zu bringen, wurden die beiden regelrecht von der Experimentierfreude überwältigt, die mit dem Durchbruch konzeptueller Kunst auch in der Weberei zu knospen begann. Von der Wand ging es in den Raum, von Leinen und Wolle zu Sisal, Jute, Plastik und Metall - sich dabei aller sprachlicher Begrifflichkeit entziehend. Magdalena Abakanowicz hat diesen schon 1967 wunderbar eigenständig gefasst, als sie ihre von der Decke baumelnden Gewebegiganten ‹Abakan› zu nennen begann.

Bis 
29.05.2016

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