Zwei Mumien im Jura

Armand Schwarz · Puits de mine, Gouache, 1914

Armand Schwarz · Puits de mine, Gouache, 1914

Coghuf (Ernst Stocker) · L'atelier, 1945, Ölbild

Coghuf (Ernst Stocker) · L'atelier, 1945, Ölbild

Hinweis

Zwei Mumien im Jura

Das Musée Jurassien d'Art et d'Histoire wurde in der heutigen Form im Dezember 2011 eingeweiht mit dem Ziel, den Jura zu porträtieren. Wobei der Begriff «Jura» weit aufgespannt werden kann - bis zur gleichnamigen Insel vor der schottischen Westküste, von der eine Flasche Single Malt vorhanden ist. Die permanente Ausstellung deckt sieben Themenkreise ab, vom Tête de Moine über die Geschichte der Fahne bis zur Frage, ob der Jura das «Ende der Welt» sei. Sie spielt lustvoll mit Klischees - Käse, Pferde, Weiden - beleuchtet aber auch den politischen Weg des jüngsten Schweizer Kantons und erweist ‹Jurassic Park›-Regisseur Steven Spielberg Reverenz. Man erfährt zudem, wie die älteste kontinentale Bibel aus der Zeit Karls des Grossen, geschrieben in der heute vergessenen und verschwundenen Abtei von Moutier-Grandval, nach mehreren abenteuerlichen Handwechseln 1822 zu einem sorgsam gehüteten Schatz in der British Library wurde. Von der oft entbehrungsreichen Industriegeschichte der Region zeugt unter anderem die wandhohe Gouache von 1914 von Armand Schwarz (1881-1958) mit dem Querschnitt eines Bergwerks. Die Freiberge prägen das Werk von Albert Schnyder (1898-1989) und Coghuf (Ernst Stocker, 1905-1976). Von ihm ist das Ölbild ‹L'atelier› (1945) aus der Sondersammlung ausgestellt. Ein veritabler Krimi entspinnt sich in der Wechselausstellung um die beiden sich seit 2009 im Besitz des Museum befindenden Mumien, die möglicherweise zum Konvolut des Glarner Südamerikafahrers Johann Jakob Tschudi gehörten. Sie stammen aus dem hochalpinen Gebiet zwischen Peru und Chile und waren lange Zeit in der Obhut des Gymnasiums, wo sie auf dem Estrich lagerten und jungen Leuten zuweilen als Objekte für Mutproben dienten. Viele Leihgaben zeigen nicht nur die Geschichte der Mumien auf, sondern betten sie auch in einen grösseren kulturellen Kontext ein. - Die Wandtexte im Gebäude sind durchwegs französisch, für jeden Teil der Ausstellung gibt es aber exzellente Begleithefte in Deutsch und Englisch. Diese Carnets können als Sammelband im Shop an der Kasse gekauft werden.

Bis 
27.08.2017
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ortabsteigend sortieren Land
Die Mumie kehrt zurück 15.10.201627.08.2017 Ausstellung Delémont
Schweiz
CH
Autor/innen
Thomas Schlup

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