Animation / Ainslie Henderson — Stems

Ainslie Henderson · Stems, UK 2015, 2’2’’, Still
 

Ainslie Henderson · Stems, UK 2015, 2’2’’, Still

 

Hinweis

Animation / Ainslie Henderson — Stems

Curator’s Choice — Wie machen die Filmemacher das? Da ein komplizierter Prozess hinter jedem animierten Film steht, interessiert die Frage das Publikum. «Making-ofs» zu Animationsfilmen sind online deshalb zahlreich, sie haben sich zu einer richtigen Kultur entwickelt. ‹Stems› ist vordergründig so ein Making-of, aber eines, das eine eigene Geschichte erzählt, ohne dass dazu ein «fertiger» Film existiert. Die Kamera blickt auf Hendersons Arbeitstisch, dieser kommentiert sein Tun. Ausgangspunkt der Arbeit sind Fundstücke, die «schon ein Leben hatten», bspw. Pflanzen, die verblüht und ausgetrocknet sind. Unter Hendersons Händen fügen sich die Teile wie von selbst zu phantastischen kleinen Wesen zusammen, sie versammeln sich auf seiner Arbeitsfläche zu einem Ensemble, das eine rhythmisch-melancholische Melodie anstimmt. Einen kurzen Moment lang spielen die Puppen beseelt (=animiert) ihre Rolle in diesem Stück, doch schon bald ist der Film und damit ihr kleines Leben zu Ende. Diesen liebenswürdigen Figuren wohnt eine tiefe Traurigkeit inne. Ihnen wird eine Seele, ein Leben geliehen, aber nur für eine beschränkte Dauer. Und darin sind uns diese Wesen durchaus gleich.

Empfehlung von Annette Schindler, Direktorin Fantoche, Internationales Animationsfilmfestival in Baden

 
Künstler/innen
Ainslie Henderson
Autor/innen
Annette Schindler

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