Irma Ineichen und Maude Léonard-Contant

Irma Ineichen · Die Bilder (im Raum), 2017, Öl auf Leinwand, 82 x 60 cm
 

Irma Ineichen · Die Bilder (im Raum), 2017, Öl auf Leinwand, 82 x 60 cm

 

M. Léonard-Contant · ohne Titel, 2017, Gouache auf Papier, 18 x 27 cm
 

M. Léonard-Contant · ohne Titel, 2017, Gouache auf Papier, 18 x 27 cm

 

Hinweis

Irma Ineichen und Maude Léonard-Contant

Emmenbrücke — «Die Ausstellung eröffnet zwischen den beiden Künstlerinnen einen subtilen Dialog mit offenem Ausgang»: So kündigte Lena Friedli, Leiterin der Kunstplattform AKKU Emmenbrücke, die Ausstellung an, zu der sie die Luzerner Malerin Irma Ineichen (*1929) und die seit 2012 in Basel lebende Kanadierin Maude Léonard-Contant (*1979), Plastikerin und Malerin, zur gemeinsamen Ausstellung lud. «Gemeinsam» – das ist der Kuratorin wichtig, denn ihr schwebten nicht zwei Werkpräsentationen nebeneinander vor, sondern ein Gespräch über die Generationen hinweg, also eine Verknüpfung oder Verschränkung, ohne dass sie oder die beiden genau wissen konnten, was sich da ergeben würde. Die Ausgangslage ist für die zwei Künstlerinnen grundverschieden: Ineichen blickt auf ein in rund sechzig Jahren entstandenes Lebenswerk zurück, entschied sich aber, neue Arbeiten zu zeigen, die sich als Essenz ihres langen Schaffens präsentieren: Es sind Blicke hinein in ruhige, einfach gebaute Landschaften, oft mit der silbern glitzernden Wasserfläche eines Sees in der Tiefe, oft mit dunklen Bäumen, die das Querformat rhythmisieren, dazu Interieurs, wie sie in ihrem Atelier seit vielen Jahren entstehen: Offene Türen gewähren Einblicke in private Innenräume oder in eine Flucht von Innenräumen, die oft leer sind bis auf Bilder an den Wänden – meist Verweise auf Ineichens eigene Malereien. Auch diese in sensibler Farbgebung gestalteten Bilder strahlen, wie die Landschaften, eine beschauliche und abgeklärte Ruhe aus.
Léonard-Contants Ausgangslage ist eine andere. Sie trat bisher in Ausstellung vor allem mit Dreidimensionalem und installativen Arbeiten in Erscheinung. In der AKKU-Ausstellung, für die eine ihre Arbeiten mit denen Irma Ineichens verbindende Raumgestalt entwickelt wurde, zeigt sie u. a. eine Reihe kleinformatiger Gouachen. Es sind freie, körperlich empfundene Malereien meist ohne benennbare Inhaltlichkeit, mit klaren, objekthaften Formen und harmonisierend-weicher Farbgebung. Sie wirken wie ein surrealistischen Strategien nahestehendes Bekenntnis zu einer sensibel kontrollierten Spontaneität. Es ist, als beginne die Künstlerin bei jedem Blatt neu mit dem Versuch, in die Tiefe eigenen Bild-Denkens zu blicken, und als wolle sie sich nicht entscheiden zwischen dem Offenlegen und dem Verbergen des eigenen Fühlens. Darin zeigt sich eine Poesie, die derjenigen der Malereien Irma Ineichens nahekommt.

Bis 
08.07.2018
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akku Kunstplattform Schweiz Emmenbrücke
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Irma Ineichen, Maude Léonard-Contant 19.05.201808.07.2018 Ausstellung Emmenbrücke
Schweiz
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