Matt Mullican

Matt Mullican · The Feeling of Things, 2018, Pirelli HangarBicocca, Milan. Foto: Agostini Osio
 

Matt Mullican · The Feeling of Things, 2018, Pirelli HangarBicocca, Milan. Foto: Agostini Osio

 

Matt Mullican · The M.I.T Project, 1990–2009, The Feeling of Things. Foto: Agostini Osio
 

Matt Mullican · The M.I.T Project, 1990–2009, The Feeling of Things. Foto: Agostini Osio

 

Hinweis

Matt Mullican

Mailand — Der Pirelli Hangar Bicocca im Norden Mailands widmet sich seit 2004 in einzigartigen Industrieräumen der Moderne der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Der Gebäudekomplex, der zu den grössten zusammenhängenden Ausstellungsräumen Europas zählt, präsentiert arrivierte, aber auch junge, noch unbekannte Kunstschaffende. Die Ausstellungshallen Cubo und Navate (5500 m2 mit Höhen von 25–30 Metern) dienen arrivierten Künstler/innen zu Einzelpräsentationen, wie derzeit der bisher umfangreichsten Retrospektive ‹The Feeling of Things von Matt Mullican›. Nach mehreren Präsentationen von Mullican (*1951), jüngst an der Biennale von Venedig (2013) oder als  Retrospektive im Kunstmuseum Winterthur (2016), konnte der amerikanische Künstler dem simplen konzeptuellen Klischee seinem Werk gegenüber gründlich den Garaus machen, zu überwältigend waren die vielfältigen Einblicke in ein Œuvre, das seit den frühen Siebzigerjahren von einer unermüdlichen Suche nach dem Verständnis von menschlichem Dasein, von Wahrnehmungen und Erfahrungen und Möglichkeiten zu symbolischen Darstellungen und Repräsentationen geprägt ist. Bereits der Titel eröffnet ein stetig suchendes Subjekt in der Aneignung und im Erfassen von Welt und der Conditio humana mit Ausdrucksweisen (Zeichnung, Collage, Malerei, Performance, Video, Objekt, Fotografie, Skulptur, Installation) und Materialien (Papier, Glas, Metall, Licht, Stein, Stoff, computergenerierte Werke …), die sich jenseits des eindeutig Geklärten finden und dennoch den Anspruch oder vielmehr eine modellhafte Annäherung zu einer systematischen Ordnung besitzen. Mullican schafft eine Art Kosmologie bestehend aus Zeichen, Codes und Symbolen, Farben und Strukturen. Als eine Art primäre Grundlage organisiert sich der Künstler seine Welt mittels unterschiedlich geformten und gefärbten, codierten Raumstrukturen, die man begehen kann. Diese ‹Five Worlds› bestehen, ähnlich den Sektionen eines Fussballfelds, aus aufeinander bezogenen, repräsentativen Welten, die unterschiedlichen Formen der Erfahrung und Aneignung entsprechen. Von ebenso suchendem, ja besessenem Geist beseelt sind Mullicans Performances, die er, als Pionier in der Auseinandersetzung mit Hypnose, vor Publikum vollzieht. Dabei erforscht er in Trance sein Unterbewusstsein und gibt den subjektiven Imaginationen, aber auch Beschränkungen und Grenzziehungen in geradezu kathartischer Weise Ausdruck. Videoaufzeichnungen, Installationen mit dem performativen Setting und Zeichnungen als Produkte dieser Performances gliedern sich in sein ausuferndes und dennoch immer wieder auf Struktur bedachtes Universum ein. 

Bis 
16.09.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Matt Mullican 12.04.201816.09.2018 Ausstellung Milano
Italien
IT
Autor/innen
Esther Jungo
Künstler/innen
Matt Mullican

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