Renaud Auguste-Dormeuil

Renaud Auguste-Dormeuil · Uncover, 2013 (Serie), Rahmen, bearbeitete Zeitschriften, Courtesy Galerie In Situ, Paris – Fabienne Leclerc
 

Renaud Auguste-Dormeuil · Uncover, 2013 (Serie), Rahmen, bearbeitete Zeitschriften, Courtesy Galerie In Situ, Paris – Fabienne Leclerc

 

Renaud Auguste-Dormeuil · Starship, 2013, Installation, Holzgestell und Umhängung für Pferde, Galerie In Situ, Paris – Fabienne Leclerc
 

Renaud Auguste-Dormeuil · Starship, 2013, Installation, Holzgestell und Umhängung für Pferde, Galerie In Situ, Paris – Fabienne Leclerc

 

Hinweis

Renaud Auguste-Dormeuil

Nizza/Mouans-Sartoux — Was trägt das Bild? So fragt das Werk des fünfzigjährigen Franzosen. Passiv und aktiv: Welche symbolische Ladung führt ein Bild mit sich, wodurch dringt es in unser Bewusstsein, welche Schwere unserer Geschichte lastet auf ihm? Dem geht er mit einem vielgestaltigen Werk in einer Doppelausstellung nach. «Das war eben mein Hit», sagt der beredte Künstler und lacht, «die Arbeit mit den Sternenhimmeln hat mich bekannt gemacht.» Tatsächlich ist ‹The Day Before _ Star System›, 2004, grossformatige Bilder von Sternenkonstellationen am Abend vor Katastrophen wie dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, viel gezeigt worden. Auguste-Dormeuil bearbeitet ikonische Verzauberungsstrategien und deren Magie jeweils nicht nur mit Flachware. Im Espace d’art concret steht bedrohlich ein übergrosses Gestell mit einem schwarzweis-sen Kopfumhang für Pferde am Eingang. Das Schnittmuster des speziellen Pferdeschmucks hat er auf dem Flohmarkt gefunden, er dient bis heute emblematisch bei Beerdigungszeremonien «erster Klasse». Eine Polizeigarde ritt mit so verkleideten Pferden zur Vernissage ins vierzig Kilometer entfernte Nizza. Im Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain führten sie eine spezielle Choreografie auf, dort steht nun das Gegenstück des ‹Starship›. Ein Sternenschiff für die letzte Reise – ironisch spitzt er zu, was Phantasien um unendliche Weiten auch antreibt: Todesangt. Auguste-Dormeuil versetzt die Bilder gleichsam in einen Countdown zum grossen Memento Mori, bringt das Versprechen des Todesaufschubs, das man Bildern abnehmen möchte, ins Wanken, lässt erkennen, dass jedes Bild erneut Todesahnung vergegenwärtigt. Das kleine Video ‹Cinq minutes pour assembler l’essentiel› aus dem Jahr 1996 zeigt diese manipulativ-aufdeckende Vorgehensweise. Der Künstler forderte Freunde auf zu packen, was sie Wesentliches in fünf Minuten zusammenraffen können. Sie gehorchten vor der Kamera, stellten den Befehl selbst nicht in Frage. «Mir geht es nicht um das Objekt oder die Kunst als eine Fertigkeit, etwas zu zeigen oder aufzudecken», erklärt der Künstler, «mir geht es um das, was die Kunst bei den Menschen auslöst. Wenn sie zu diskutieren beginnen, widerstehen oder einfach nur Dinge anders sehen, dann ist das Kunstwerk gelungen.»

 
Bis 
24.06.2018

EAC, Mouans-Sartoux, bis 24.6.

Galerie contemporaine du MAMAC, Nizza, bis 17.6. 

 
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Renaud Auguste-Dormeuil 22.02.201824.06.2018 Ausstellung Mouans-Sartoux
Frankreich
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Renaud Auguste-Dormeuil 27.01.201817.06.2018 Ausstellung Nice
Frankreich
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Künstler/innen
Renaud Auguste-Dormeuil
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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